Volltext: Nach Amerika!

  
Elias Wille wurde sein sponsor, das heisst Bürge. Doch auch in den 
USA brauchte Frank Beck nicht lange Unterstützung: er fand wieder- 
um schnell Arbeit. Nach mehreren Stationen in den Bundesstaaten 
Kalifornien, Oregon und Wisconsin und wieder Kalifornien reiste er 
1929 auf Weihnachten nach Triesenberg zurück. Früher habe er nicht 
zurückkommen wollen: «Wenn man zu schnell zurückkommt, sieht 
das nicht gut aus», erklärt er das Denken der Auswanderer. Die 
Zurückgebliebenen waren immer neugierig, wie es den Auswanderern 
erging. Wenn «es einer nicht schaffte», dann gab das natürlich Anlass 
für allerhand Spekulationen. 
Frank Beck war es gelungen, in vier Jahren in den USA festen Fuss 
zu fassen. Nach seinem Besuch «am Bärg» wanderte er 1930 mit Anna 
Beck, einer Nachbarin, und Balischguad-Konrad (Konrad Sele), einem 
Cousin, nach Los Angeles aus. Anna Beck wurde 1935 seine Frau. 
Zusammen mit Konrad und ihrem Bruder Gottlieb Beck (der bereits 
1927 mit «Samina Franz» (Franz Beck) und «Profatschenger Eugen» 
(Eugen Gassner) in die USA ausgewandert war) führte Anna Beck eine 
zeitlang das «Café Beck» in Los Angeles. Frank erinnert sich noch, 
dass damals die Olympischen Spiele in Los Angeles (1932) stattfanden. 
Aber das Restaurant «isch neissa nid guat ganga». 
Er und seine Frau sahen sich andernorts um. Frank arbeitete mei- 
stens in Milchverabeitungsbetrieben, von 1927 bis 1965 bei Foremost 
Dairies. Nach seiner Pensionierung war er noch bis 1990 als Gärtner 
tätig. Bis heute bestellt er seinen eigenen Gemüsegarten. 
Frank Becks Frau Anna starb im Herbst 1996. Seine Kinder Frank 
(geb. 1935), Marianne (geb. 1937) und Helen (geb. 1941) und seine 
Enkel leben in Los Angeles. Dort ist folglich sein Lebensmittelpunkt. 
Frank ist natürlich auch seit langem Bürger der Vereinigten Staaten. 
Aber viele schöne Erinnerungen verbinden ihn noch immer mit Trie- 
senberg. Ob er noch Bürger Liechtensteins sei, wisse er nicht: Seit 
1930 hat er den Pass nie mehr verlängert. Aber: «Ich bi albi an Bäär- 
ger gsi und ich bliiba an Büürger», sagt Frank Beck mit Bestimmtheit. 
Er habe nie wirklich Heimweh gehabt, aber Silum vergesse er nie. 
Allerdings dünken ihn heute die Hánge «geecher» als damals. 
Die Pfálzerhütte, 1927 erbaut, sah er im Sommer 1997 zum 
ersten Mal. Gerne wäre er auf Silum heuen gegangen, aber das Wetter 
war nicht danach, wáhrend er zu Besuch war. Frank gefállt es immer 
noch sehr gut in Triesenberg, und seine zahlreichen Verwandten 
sáhen es gerne, wenn er zurückkehren würde. Aber da sind seine Kin- 
der und Enkelkinder in Los Angeles. Es ist nicht leicht. 
Zum Abschluss des Interviews und der Fragen, wo er lieber wäre, 
warf Frank einen Fünfliber. Kopf für Triesenberg, Zahl für Kalifornien. 
Er warf dreimal hintereinander Zahl. 
228 Persónliche Beitráge 
  
Frank Beck im Sommer 
1997 vor dem Stall der 
Familie auf Silum: gerne 
hátte der damals 96jáhri- 
ge wieder einmal beim 
Heuen mitgearbeitet, 
aber das Wetter war zu 
schlecht 
Interview und Text: 
Pio Schurti 
  
 
	        

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