Volltext: Nach Amerika!

Wohnzimmer im Haus von 
Alois Rheinberger 
  
Die Familie vergrösserte sich rasch. Margaretha gebar zwischen 
1851 und 1870 zehn Kinder, von denen nur fünf den Vater überlebten. 
Margaretha war eine tüchtige Hausfrau und Mutter. In den ersten Jah- 
ren in Amerika litt sie noch unter Heimweh, und gerne wäre sie wie- 
der in die alte Heimat zurückgekehrt. Doch schliesslich war sie mit den 
Kindern und mit dem grossen Haushalt so verwachsen, dass sie ihr 
Heimweh vergass. Margaretha starb im Jahr 1902 im Alter von 74 
Jahren in Nauvoo. 
Alois Rheinberger ging mit unerschütterlicher Zuversicht an sein 
grosses Aufbauwerk heran und liess sich auch durch Rückschläge 
nicht entmutigen. Er war ein nüchterner Rechner und hatte sich die 
Verwendung der ihm anfangs zur Verfügung stehenden 1’000 Dollars 
genau eingeteilt. Und immer, wenn er später einen grösseren Über- 
schuss erarbeitet hatte, kaufte er wieder ein Stück Land dazu, doch 
entblösste er sich nie von einer gewissen Reserve, die ihm auch in Not- 
und Katastrophenjahren das Überleben sicherte. 
Das Klima in Nauvoo war durch grosse Gegensätze gekennzeichnet. 
Langen Hitzeperioden folgten Dürre und Missernten, später Frost ver- 
nichtete die Traubenernte oft schon im Ansatz. Doch gab er nie auf, 
denn die reichen Erntejahre waren in der Mehrzahl. So stieg der 
Ertrag aus dem Weinbau von 175 Dollars im Herbst 1853 auf 700 
Dollars im Jahr 1858 und auf 1’100 Dollars im Herbst 1862. 
Aus den Briefen nach Vaduz zu schliessen, drängte ihn seine Tante 
Theresia schon früh zur Rückkehr nach Liechtenstein. So machte sie 
ihm offenbar im Jahr 1855'° den Vorschlag, das Haus zur Linde,'° das 
ihr Bruder Johann Nepomuk Rheinberger 1843/44 erbaut hatte, zu 
übernehmen, denn der Erbauer dieses schönen Hauses war schon 
kurz vor dessen Vollendung 1844 gestorben. 
Rheinberger 179 
 
	        

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