Volltext: Nach Amerika!

Eindrucks, den Sie auf mich machten und nach allem, was ich über Sie 
gehört habe. Der einzige Grund der mich veranlasst aufzuhören ist 
das Putzen des Parketts und das Waschen der Wäsche. Ich bleibe 
daher bei meiner Cousine, wo ich alle Möglichkeiten habe, die deut- 
sche Sprache zu lernen bis zum Ablauf der einjährigen Karenz, um die 
ich den Inspektor des Schulbezirks von Epinal gebeten hatte, es sei 
denn, dass ich einen Platz finde, der mir zusagt. Falls in Ihrem 
Bekanntenkreis jemand ein Kindermädchen oder ein höheres Haus- 
haltsmädchen wünscht, so hoffe ich, Madame, dass Sie die Güte ha- 
ben, an mich zu denken. Mein Diplomzeugnis und die anderen Doku- 
mente stehen immer zu Ihrer Verfügung. — Verzeihen Sie, Madame, Sie 
gestört zu haben. Achtungsvollst.»?? 
Das Wirtshaus der Salzmanns blieb Anlaufstelle für die Besuche 
aus Frankreich und Amerika. Diese waren Lichtblicke im harten Ar- 
beitsalltag. Über den Besuch von Alice Alber, der Tochter von Philipp 
Alber und Barbara Hilti, berichtete Maria Anna nach Amerika: «Lieber 
Bruder Martin und Aline — Früulein Alice ist den 19. von uns nochmals 
nach Vaduz zum Abschied nehmen, wir haben uns gut unterhalten, sie 
ist ein liebenswürdiges Fräulein, wir möchten, sie solle noch länger 
bei uns verbleiben, aber sie will nicht, sie geht gerne zurück, sie sagt 
es gibt nur ein Amerika, bin froh, dass meine Mutter nach Amerika 
gegangen. Wir haben immer Regen und kalt seit acht Tagen, hat sich 
das Wetter gebessert, auf den Felder ist alles schön. Obst gibt es viel, 
und Heu hat es eine Masse, es ist kaum zum Einbringen bei so schlech- 
tem Wetter. Der Hermann hat die 6 Kurs im Gymnasium und ist nicht 
durch gekommen, er muss ihn noch mal machen, oder etwas anderes 
anfangen, Metzger will er keiner werden, am liebsten wäre er Apothe- 
ker. dann muss er den Kurs noch mal machen, hernach 3 Jahre in 
Lehr, dann zum Militár, dann geht's noch eine lange Zeit bis er sein 
Brot verdient. Mit dem Geschäft sind wir zufrieden, wie früher geht es 
nirgends mehr, denn man kann in jeder Gemeinde bekommen, was 
man braucht. Rauch Annas Mann hat ein Haus gekauft in Hall am Inn 
mit 32 Zimmer und einen Biergarten, es haben 1000 Personen Platz, 
sie haben 3 Quartier vergeben, so seien sie umsonst drin. Ein Bier- 
lager ist dabei, er habe monatlich 66 Gulden, die Anna ist zufrieden, 
sie hat einen guten nüchternen Mann und versteht das Geschäft, ein 
Kind ist mit !/2 Jahr gestorben, sie haben ein Mädel mit 2 '/2 Jahr 
gesund und stark. Heut morgens 6 Uhr ist der Hermann zu Hall gefah- 
ren, ein Uhr mittags kommt man dort an, er bleibt bis am 30., dann 
muss er nach Rankweil zum Schiessen. Mir gibt es viel Arbeit, habe 
Kummer und Sorgen genug, es kommt bald die Zeit zum Mosten und 
Einlegen zum Brennen, das macht viel Sorgen für mich und wenn wir 
nichts tun, so haben wir nichts, es ist alles gut eingerichtet zum 
Alber 29 
 
	        

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