Volltext: "Götter wandelten einst..."

27 Merkur, Argus und Io 
Den wohl perfidesten Akt der Untreue gegenüber seiner Ehefrau 
Juno beging Jupiter mit Io, der Tochter des Flußgottes Inachos. Als Jupiter 
sie einst auf ihrem Heimweg sah, da gelüstete ihn nach ihr.' Natürlich war 
der höchste Gott erneut nur Opfer einer noch höheren Macht. Nicht aber 
Amor verursachte diesmal sein Begehren, sondern Iynx, die Tochter des Pan 
und der Echo, die einen Zauber über ihn ausbreitete. Jupiter glaubte wohl, 
mit dem Rang seiner Stellung über den Göttern gewinnbringend werben 
zu können, doch zeigte sich Io unbeeindruckt und floh. Sie sollte ihm nicht 
entkommen. Er hüllte sie in dunklen Nebel und raubte ihr mit der Sicht 
auch die Ehre. 
Gewiß war der Ehebruch schon unrühmlich genug. Die Perfidie aber 
lag in dem Umstand, daß Io eine Priesterin der Juno, der Gattin Jupiters, war, 
sogar die Schlüsselbewahrerin ihres Heiligtums in Argos. Sie stand ihr somit 
am nächsten.” «In ihrem Aussehen, ihren Kleidern war Io gehalten, dem Bild 
der Góttin der sie diente, zu gleichen. Sie war eine Kopie, die eine Statue zu 
imitieren versuchte.»? Jupiter hatte des Nebels zuviel erzeugt und damit Ju- 
nos Verdacht auf sich gelenkt. Bevor sie jedoch das Gewôlk zu durchforschen 
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Abraham Bloemaert (1564-1651) 
Merkur, Argus und Io 
(1645) 
Leinwand; 79,3x 104 cm 
Bezeichnet unten Mitte: 
A.Bloemaert f. 1645 
Inv. Nr. G 349 
Erworben: 1836 durch Fürst 
Johannes I. 
 
	        

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