Volltext: 75 Jahre Liechtensteinische Kraftwerke

Erdwärme 
Nutzungsmöglichkeiten 
Grundsätzlich ist hier zwischen der Nutzung von Hochtem- 
peraturwärme aus heissem Tiefenwasser oder heissem Ge- 
stein und der Nutzung von Umweltwärme, die praktisch un- 
begrenzt zur Verfügung steht, zu unterscheiden. 
Erbohrung von Heisswasser- und Heissdampfquellen 
In geeigneten geologischen Formationen, d.h. an Stellen 
mit relativ dünner Erdkruste, kann aus einer Bohrung direkt 
Heisswasser oder Heissdampf entnommen und in einer 
Dampfturbine oder einem Wärmeverbundnetz genutzt wer- 
den. Standorte finden sich [wie Thermalquellen] u.a. an 
tektonischen Verwerfungslinien. Probleme ergeben sich al- 
lenfalls durch die gleichzeitige Freisetzung von Gasen wie 
Schwetelwasserstoff oder die Korrosivität der im Tiefen- 
wasser gelôsten Stoffe. 
Die Temperatur der Primärenergie entscheidet über die 
Wirtschaftlichkeit. Investitionen bewegen sich typisch im 
Bereich von 1000 USD/kWh, das gegenwórtig weltweit 
genutzte Potential beträgt? « 10" |/a (= O,1 Prozent des 
Weltenergiebedarfs). In der Schweiz beträgt die Nutzung 
3500 TJ / a [= 0,3 Prozent des Jahresenergiebedarfs]. 
Warmeentnahme aus heissem Gestein 
Der geothermische Gradient beträgt durchschnittlich 30 °C 
pro 100 m Tiefendifferenz, an günstigen Standorten ist er 
höher. Pumpt man also Wasser unter Druck in ein Bohrloch 
von 1000 m Tiefe, so kann dieses auf 300 °C erwärmt 
und anschliessend in einer Gas-/Dampfturbine genutzt 
werden. Zur Entnahme einer signifikanten Energiemenge 
pro Zeiteinheit muss allerdings eine grosse Wärmeaus- 
tauschfläche geschaffen werden. Im grössten bisher durch- 
geführten Versuch in Fenton Hill (New Mexico) wurden zu 
diesem Zweck grosse Wassermengen (21 500 m? bei 
einem Druck von 480 bar) in ein 3500 m tiefes Bohrloch 
gepumpt, um durch Zertrümmerung des Gesteins in einem 
Volumen von ca. 50 m Radius eine innere Oberfláche der 
Gróssenordnung von 106 m? zu schaffen. Erschwerender 
als diese Anforderung ist die Tatsache, dass nach einmali- 
ger Entnahme der im erbohrten Volumen gespeicherten 
Energie die Wiederaufwärmung aus dem umgebenden 
95 
32 D.H. Freeston, Direct Uses 
of Geothermal Energy, Proc. World 
Geothermal Congress, Vol. 1, 
1995 
  
 
	        

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