Volltext: 75 Jahre Liechtensteinische Kraftwerke

  
  
6 S. Stucki, Production of 
Methanol from Waste Biomass, 
Proc. R'95, Geneva 1995; 
S. Stucki, R. Bühler, P. Hasler, B. 
Covelli, M. Müller, W. Vock, 
BIOMETH-Feasibility of Methanol 
Production from Waste Biomass 
and its Use as a Fuel in Switzer 
land, Proc. 11" Symp. Alcohol 
Fuels, Sun City, South Africa, 
1996, pp. 466-476 
geeigneter Verbrennungsführung die Stickoxid- und Partikel- 
emissionen niedrig gehalten werden kónnen; die Anlagen 
produzieren Wárme und Strom nahe an kompetitiven Prei- 
sen. So wurde z. B. in einer im Jahr 1995 errichteten Anla- 
ge in Affoltern am Albis (CH) ein Wärmeproduktionspreis 
von 0.075 CHF/KkWv/h realisiert. 
Vergasung 
Gegenüber der Verbrennung bietet die Vergasung die 
Möglichkeit, zusätzlich zur Koproduktion von Wärme und 
Elektrizität den Rohstoff Biomasse auch stofflich zu nutzen. 
Das bei der Vergasung produzierte Synthesegas kann effi- 
zient gereinigt und zur Produktion synthetischer Treibstoffe 
verwendet werden. In einer kürzlich am Paul Scherrer Insti- 
tut durchgeführten Studie® (BIOMETH) wurden die Randbe- 
dingungen für eine wirtschaftliche Produktion von Methanol 
aus Altholz analysiert. Dieser CO2-neutrale Treibstoff könn- 
te relativ problemlos im Transportwesen eingesetzt werden 
und bietet bei der motorischen Verbrennung zusätzliche 
Emissionsvorteile bei den Stickoxiden. Geht man davon 
aus, dass zur Erreichung vereinbarter CO»- und Emissions 
reduktionsziele Investitionen getätigt werden müssen, so 
könnten die entstehenden Grenzkosten sinnvoll für den Auf- 
bau einer Methanolsynthesekapazität aus erneuerbaren 
Rohstoffen eingesetzt werden. 
Synthesegas ist auch der Ausgangspunkt für die Produktion 
von Dimethylether (CHsO-CHs, DME]. Dieser bei Normal- 
bedingungen gasfórmige Brennstoff kónnte nach geringfü- 
giger Modifikation des Einspritzsystems in Dieselmotoren 
eingesetzt werden; bei seiner Verbrennung entstehen prak- 
tisch keine Partikel- (Russ-) und um den Faktor 3 niedrigere 
Stickoxidemissionen als bei konventionellem Dieseltreib- 
stoff. Ob Dimethylether den Eingang in den Treibstoffmarkt 
findet, wird von den Möglichkeiten einer Produktion zu 
konkurrenzfähigen Preisen und vom Aufbau einer Vertei- 
lungsinfrastruktur abhángen. Obwohl DME in der Anfangs- 
phase auf der Basis von Synthesegas aus Erdgas produ- 
ziert würde, ist die Perspektive seiner Herstellung aus Bio- 
masse eine äusserst attraktive Option für die Nutzung er 
neuerbarer Energien im Transportwesen. 
Potentialabschátzung 
Die oben genannte Relation des Energieinhaltes im Holz- 
zuwachs zum schweizerischen Gesamtenergiebedarf (5 
Prozent) zeigt einen realistischen Wert für den Beitrag der 
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