Volltext: 75 Jahre Liechtensteinische Kraftwerke

Einleitung und Zusammenfassung 
Die Elektrizitätsversorgung ist in der Schweiz und weltweit 
im Umbruch. Die Liberalisierungswelle als Effizienzsteige- 
rung für den globalen Standortwettbewerb rollt kräftig an 
die Versorgungsufer der schweizerischen Elektrizitätsunter- 
nehmen. In einigen Ländern sind diese Ufer bereits aufge- 
brochen. Der Strom sucht neu nicht nur physikalisch den 
optimalen Veg vom Lieferanten zum Kunden, sondern 
auch preismássig. Trotz verschiedenen Vorstudien wurde 
die Entwicklung der Offnung des Strommarktes erst richtig 
emst genommen, als am 19. Dezember 1996 überra- 
schend die EU-Richtlinie 96/92 betreffend gemeinsame 
Vorschriften für den Elektrizitätsmarkt genehmigt wurde und 
auf den 19. Februar 1997 in Kraft trat. Fast auf den Tag 
genau ein Jahr später, am 18. Februar 1998, hat der Bun- 
desrat den Entwurf des Elektrizitätsmarktgesetzes (EMG] für 
den Weg in die Vernehmlassung genehmigt. Leider weicht 
dieser Entwurf in wichtigen Punkien vom Konzept ab, auf 
welches sich die Elektrizitätsbranche kurz vor VVeihnachten 
1997 geeinigt hatte. 
Zur Zeit ist die Entwicklung der Marktöffnung in den für uns 
wichtigen Nachbarländern noch unklar. Trotzdem ist es na- 
türlich faszinierend, die Situation und mögliche Entwicklun- 
gen in einem Buch und nicht in schnelllebigen Dokumenten 
zu beschreiben. Bereits in einem Jahr wird der Leser über 
diesen Artikel vielleicht die Stirne runzeln, in fünf Jahren 
schmunzeln oder staunen über die Übereinstimmung der 
tatsächlichen Entwicklung mit den jetzigen Erwägungen 
und in zehn Jahren überrascht sein, wie gut die Zukunft 
1998 beurteilt wurde oder den Kopf schütteln, wie vor- 
sichtig und kurzsichtig die Branche nur sein konnte und wie 
sie die Marktkräfte total unterschätzte. 
Die Marktöffnung findet statt. Das Pendel wird allerdings 
aus verschiedenen Gründen nicht voll in Richtung unerbitt- 
licher Markt ausschlagen. Die wichtigste Einschränkung 
gegenüber anderen Märkten ist, dass die ganze Netzinfra- 
struktur und deren Betrieb wegen der neuen gemeinsamen 
Benützung durch Konkurrenten ein regulierter Bereich mit 
Kostendeckung bleibt. Allerdings wird auch dieser Bereich 
unter einem gewissen Kostendruck stehen, weil die Kunden 
einen günstigen Strompreis wollen und die Transportkosten 
ein wesentlicher Bestandteil des Endpreises sind. Dieser 
Kostendruck wird zu Struktur- und Besitzänderungen auch 
im Netzbereich führen. Voll in den Wettbewerb werden 
die Produktionswerke gestellt, einschliesslich die Investitio- 
nen in die Kernkraftwerke in Frankreich. Diese Investitionen 
müssen bis in spätestens zehn Jahren ohne Schutz- und 
Stützmassnahmen im Wettbewerb erfolgreich bestehen 
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