Volltext: 75 Jahre Liechtensteinische Kraftwerke

  
  
  
  
Da die Regeln lediglich Mindestöffnungsgrade festlegen, 
können in den Mitgliedsstaaten unterschiedliche Offnungs- 
grade realisiert werden. Um daraus entstehende Ungleich- 
gewichte zu vermeiden, sind einige bis längstens 19. Fe- 
bruar 2006 befristete Schutzmechanismen vorgesehen: 
Die Grundidee besteht darin, dass grenzüberschreitende 
Beschränkungen für Stromlieferverträge nur dann zulässig 
sind, wenn der Verbraucher nicht gleichzeitig in beiden 
Systemen als zugelassener Kunde anerkannt ist. 
Bezüglich der Regelung über den Netzzugang bietet die 
Richtlinie den Mitgliedsstaaten eine Wahlfreiheit zwischen 
vier möglichen Optionen: 
e Netzzugang auf der Grundlage veröffentlichter Tarife; 
e Verhandelter INetzzugang («Negotiated Third Party 
Access») mit Richtwerten und Preisspannen für die Nut- 
zung der Leitungen; 
* Single Buyer mit Ankaufszwang; 
e Single Buyer ohne Ankaufszwang. 
Die Regeln und Entgelte für den Netzzugang der zugelas- 
senen Kunden gehôren zu den wichtigsten Kriterien für die 
Entwicklung der künftigen Strommärkte. Von der konkreten 
Gestaltung der Durchleitungsmodalitäten wird es abhän- 
gen, in welcher Schärfe sich der Wettbewerb abspielen 
wird. Um einen wirksamen Verbraucherschutz zu gewähr- 
leisten, verpflichtet die Richtlinie in allen Netzzugangsfor- 
men Kontrollmechanismen und Streitbeilegungsverfahren 
einzuführen. 
Wenn die Erfüllung gemeinwirtschaftlicher Verpflichtungen 
durch ein Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) unum 
günglich ist, können Aspekte des «Service Public» den 
Wettbewerb beschränken. Das heisst, klarer ausgedrückt, 
dass die Mitgliedsstaaten den EVU klar abgegrenzte 
Dienstleistungspflichten auferlegen kónnen. Diese kónnen 
betreffen: 
e Versorgungssicherheit 
e Regelmässigkeit der Stromlieferungen 
Qualitàt der Stromlieferungen 
® Strompreise 
e Umweltschutzaspekte. 
Derartige Verpflichtungen sind zu publizieren und der Kom- 
mission anzuzeigen. 
Die in der Richtlinie verlangte Transparenz der Rechnungs 
legung der EVU dient vorwiegend einer Gleichbehandlung 
von privaten und Öffentlichen EVU. Die getrennte Konten- 
führung in den Bereichen Erzeugung, Übertragung und Ver- 
teilung soll gewährleisten, dass Quersubventionierungen 
vermieden werden. Die genaue Darstellung, insbesondere 
im Übertragungsbereich, soll mithelfen, Missbrauch beim 
verhandelten Netzzugang auszuschliessen. Mit dieser Vor 
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