Volltext: 75 Jahre Liechtensteinische Kraftwerke

weiterhin eine zentrale Planung der zukünftigen Kapazitä- 
ten. Erweiterungen müssen im Amtsblatt der Europäischen 
Gemeinschaft ausgeschrieben werden. 
Damit ausgewählte zugelassene Stromverbraucher direkt 
mit den effizientesten Stromproduzenten Bezugsverträge 
abschliessen können, kommt es für diesen Kundenkreis zu 
einer Aufhebung der bestehenden Versorgungsmonopole. 
Trotz intensiver Verhandlungen ist es dem Rat nicht gelun- 
gen, eine gemeinsame Definition für den Begriff des «zuge- 
lassenen Kunden» zu finden. Einigung besteht jedoch dar- 
über, dass alle Endverbraucher mit einem Jahresverbrauch 
von mehr als 100 Gigawattstunden (GWh) ein Wahlrecht 
bezüglich ihres Stromlieferanten haben. Unterhalb von 
100 GWh besteht im Rahmen der Subsidiaritàt eine Defi- 
nitionsfreiheit der Mitgliedsstaaten. In diesem Verbraucher- 
segment richtet sich die Zahl der zugelassenen Kunden 
nach dem Ausmass der Marktöffnung. Verteilunternehmen 
haben jedenfalls ein Wahlrecht für jenes Stromvolumen, 
welches sie zur Versorgung der in ihrem Versorgungsgebiet 
befindlichen zugelassenen Kunden benótigen. 
Stufenweise Marktoffnung 
In Art. 19. der Richtlinie wird der Marktóffnungsgrad und 
dessen Ermittlung bestimmt. 
Der Öffnungsgrad beträgt am Beginn EU-weit 22,7 % und 
steigt bis zum Jahre 2003 auf rund 33 % des EU-Elektrizi- 
tätsverbrauches. Die nationale Marktöffnungsquote am Be- 
ginn der Liberalisierung wird aufgrund des Verbrauches 
jener Endverbraucher — in der gesamten EU — errechnet, 
die mehr als 40 GWh pro Jahr verbrauchen. Im EU-Durch- 
schnitt haben diese Kunden einen Verbrauchsanteil von 
22,7 %. Zur weitergehenden Marktöffnung besteht ein 
Zweistufenplan. Drei Jahre nach Inkrafttreten. wird. der 
Schwellenwert auf 20 GWh Jahresverbrauch und nach 
weiteren drei Jahren, also im Jahre 2003, auf 9 GWh Jah- 
resverbrauch gesenkt. 
Daraus ergibt sich folgender Fahrplan für die Marktöffnung 
(Mindestausmass): 
x Schwellenwert Marktaffnungsgrad 
nkrotioion der RL 19.2.1997 40 GWh 22,7 % 
nach 3 Jahren 19.2.2000 20 GWh 28,4 % 
nach weiteren 3 Jahren 19.2.2003 9 GWh 33,0% 
Der Marktóffnungsgrad nach Berechnungsbasis 40 GWh 
kann per 19. Februar 1997, muss jedoch spatestens nach 
Ende der Umsetzungsfrist der Richtlinie, also mit Stichtag 
19. Februar 1999, in nationales Recht eingeführt werden. 
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