Volltext: 75 Jahre Liechtensteinische Kraftwerke

  
grenzüberschreitenden Kooperation ist Unabhängigkeit in der Energieversorgung kein 
überzeugender Denkansatz. 
Mit Blick auf die Öffnung der Märkte in Europa auch im Energiebereich ist der richtige An- 
satz gegeben: Liechtenstein ist auch in dieser Hinsicht Teil Europas und grundsätzlich — und 
in Zukunft zunehmend — in den europäischen Energiemarkt eingebunden. Dieser leistet 
einen erheblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit; so gesehen ist auch der EWR-Beitritt 
als Beitrag zur Stärkung der Versorgungssicherheit zu verstehen. 
Die weltpolitische Lage hat sich im Vergleich zu Zeiten des kalten Krieges entspannt. Die 
OPEC hat nur noch einen Marktanteil von ca. 40 Prozent der weltweiten Erdölfördermenge. 
Eine deutliche Verbesserung der Versorgungssicherheit wurde zudem durch die stärkere 
Diversifizierung der zum Einsatz kommenden Energiequellen erreicht. Diese Diversifizierung, 
eine zentrale Forderung des Energiekonzeptes von 1977, hat in den letzten Jahren stark zu- 
genommen. Vor allem die in den siebziger Jahren bestehende, sehr einseitige Abhängigkeit 
vom Heizöl (über 60 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs) konnte stark reduziert werden 
(heute noch gut 23 Prozent); dies vor allem wegen des Einsatzes von Erdgas, das in 
Liechtenstein dank einem neu aufgebauten Erdgasnetz seit 1986 verfügbar ist. 
Ungeachtet der relativ breiten Diversifizierung ist die Eigenversorgungsquote des Landes je- 
doch gering. Sie beträgt für das Jahr 1996 6,5 Prozent; immerhin beträgt sie bezüglich 
dem Stromverbrauch (ebenfalls für das Jahr 1996) 25,2 Prozent. Es liegt auf der Hand, 
dass mit einer Realisierung der Rheinkraftwerke diese Eigenversorgungsquote hätte be- 
trächtlich angehoben werden können. Es wird später auf dieses Projekt, auf dessen Reali- 
sierung verzichtet werden musste, kurz eingegangen. 
Die Sicherheit der Energieversorgung ist heute, in Normalzeiten, sehr hoch. Es stellt sich 
jedoch nach wie vor die Frage der Versorgung in Krisenzeiten (Notfallversorgung]. 
Wirtschaftlichkeit 
Eine weitere zentrale Aufgabe der Energiepolitik ist das zur Verfügung stellen von preis 
werler Energie. Der Energiepreis bildet einen wichtigen Standortfaktor in einer Volkswirt- 
schaft wie das Lohnniveau, die Stabilitát der Wahrung und andere klassische Standortbe- 
dingungen. Gerade vor dem Hintergrund der europäischen Marktóffnung und des zuneh- 
menden Wettbewerbs kommt der Wahrung der Wettbewerbsfáhigkeit der Energiepreise 
erhebliche Bedeutung zu. 
Mehrere Autoren befassen sich im Rahmen des vorliegenden Werkes mit der Herausforde- 
rung, die sich vor dem Hintergrund des Europäischen Binnenmarktes stellt. Dazu deshalb 
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