Volltext: 75 Jahre Liechtensteinische Kraftwerke

  
  
33 K. Heinloth, Energie, Teubner, 
Stuttgart, 1983 
Gestein mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde, 
d.h. es müsste durch Fortsetzung der Bohrung ein neues 
Gesteinsvolumen erschlossen werden. 
Die technischen Schwierigkeiten und entsprechend die Ko- 
sten sind sehr hoch. Das theoretische Potential des sog. 
«hot dry rocle-Verfahrens ist — entsprechend der Gesteins- 
masse in der Erdkruste — praktisch unerschopflich. 
Wärmepumpen 
Umweltwärme, welche durch Wärmepumpen auf das ge- 
wünschte Temperaturniveau angehoben wird, steht in ver- 
schiedener Form (Flusswasser, Luft aus im Boden verlegten 
Rohren] in praktisch unbeschránkter Menge zur Verfügung. 
Die Performance einer Warmepumpe wird z. B. durch eine 
Jahresarbeitszahl (JAZ), definiert als das Verhältnis der ab- 
gegebenen Nutzwärme zur verbrauchten Antriebsenergie, 
definiert. Die thermodynamische Obergrenze für die JAZ ist 
sehr hoch, praktisch erreichte Werte für kleine Anlagen lie- 
gen im Bereich von 3 bis 5. 
In diesem Zusammenhang ist eine Betrachtung des Ge 
samtsystems wichtig. Würde z.B. der zum Antrieb der 
Wärmepumpe benötigte Strom aus einem mit Erdôl befeu- 
erten fossilen Kraftwerk mit einem Wirkungsgrad von 30 
Prozent erzeugt, so bliebe kein Wirkungsgradvorteil im Ver- 
gleich zu einem direkt mit Erdöl befeuerten Brennwertkes- 
sel. Hingegen existieren verschiedene attraktive Varianten, 
z.B. dezentrale Stromerzeugung mit einem optimierten Die- 
selmotor und Nutzung von dessen Abwärme als Reservoir 
für die Wärmepumpe. 
Potentialabschätzung 
Das Potential der Wärmepumpe ist als sehr hoch einzu- 
schätzen, wenn sie in einem Energieversorgungssystem 
strategisch richtig eingesetzt werden und noch bestehende 
Probleme der Zuverlässigkeit befriedigend gelöst sind. 
Die Nutzung von Heisswasser und Heissdampfquellen ist 
nur in ausgewählten Gebieten möglich, das zugehörige 
Potential entsprechend beschränkt. Geothermische Energie 
aus dem «hot dry rock»-Verfahren besitzt theoretisch ein 
hohes Potential. Als bevorzugte Standorte sind Gebiete mit 
hohem geothermischen Gradienten auszuwählen; die not 
wendige Erschliessung immer neuer Gesteinsvolumina ver- 
ursacht vergleichsweise. hohe Kosten und einen grossen 
Landbedarf , so dass derartige Anlagen für dicht besiedel- 
te Gebiete weniger geeignet erscheinen. Weltweit betrágt 
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