Volltext: Fürstentum Liechtenstein

prägt und besteht seit dem Jahre 1923. Die Hinwen- 
dung zur Schweiz stand damals wesentlich unter dem 
Eindruck des Zusammenbruches der Donaumonarchie 
nach dem ersten Weltkrieg. Mit dem Inkrafttreten des 
Zollvertrages und der gleichzeitigen Einführung des 
Schweizerfrankens wurde Liechtenstein einheitliches 
Zoll- und Währungsgebiet mit der Schweiz. Die Gren- 
zen zwischen den beiden Staaten sind seither offen. 
Aufgrund eines separaten Vertrages hat die Schweiz 
auch die Besorgung der Post-, Telefon- und Telegrafen- 
dienste im Fürstentum übernommen. Die fruchtbare 
Zusammenarbeit mit der Schweiz geht aber über diese 
Beziehungen wirtschaftlicher Natur weit hinaus. Auf- 
grundeiner Vereinbarung nimmt die Schweiz seit 1919 
über ihre auslándischen Vertretungen die liechtensteini- 
schen Interessen im Ausland wahr. Die Schweiz handelt 
dabei im Auftrag Liechtensteins, dem es freigestellt 
bleibt, eigene diplomatische Vertretungen zu errichten 
und mit anderen Staaten unmittelbar in Beziehung zu 
ireten. 
Enge Beziehungen zu den Nachbarstaaten 
Die liechtensteinische Aussenpolitik hat heute vor allem 
zwei Komponenten: Einmal das partnerschaftliche 
Verhältnis und die engen vertraglichen Beziehungen 
zur Schweiz sowie das gute Verhältnis zum zweiten 
Nachbarn, der Republik Osterreich, zum andern die 
Zusammenarbeit im Rahmen des Europarates und damit 
auf dem Felde der Menschenrechte und der europä- 
ischen Zusammenarbeit. Der Gedanke der internatio- 
nalen Solidarität über Europa hinaus kommt in der Teil- 
nahme Liechtensteins an internationalen Organisatio- 
nen und auch an dem Bemühen zum Ausdruck, in der 
Entwicklungszusammenarbeit weltweit tätig zu wer- 
den. Wer die heutige Weltlage betrachtet, muss, ob 
klein oder gross, eine Mitverantwortung kennen. Die 
Pflicht zur Zusammenarbeit und die Pflicht, seinen 
Beitrag zu leisten, bemisst sich nicht nach Quadratkilo- 
metern. Ziel der liechtensteinischen Aussenpolitik ist in 
jedem Falle die Bewahrung der Unabhängigkeit in 
gesicherten Grenzen. 
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und 
Zukunftsperspektiven 
Nachdem der Comptoir Suisse vor allem auch eine 
wirtschaftliche Ausstellung ist, möchte ich bei dieser 
Gelegenheit kurz auf die wirtschaftliche Entwicklung 
Liechtensteins hinweisen. Liechtenstein ist, wie bereits 
erwähnt, mit der Schweiz eine Wirtschaftsunion einge- 
gangen. Uber den Zollvertrag mit der Schweiz und 
einem Zusatzprotokoll ôffneten sich für Liechtenstein 
auch die Türen zur EFTA (Europäische Freihandelszo- 
ne). Sie ermöglichten Liechtenstein auch die Zusam- 
menarbeit mit der Europäischen Gemeinschaft. 
Dies ist vor allem im Hinblick auf die Realisierung des 
Europäischen Marktes von grosser Wichtigkeit. Die 
wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Schweiz wird 
auch in der Zukunft auf dem Hintergrund der Weiterent- 
wicklung der europäischen Integration einen wichtigen 
Teil der liechtensteinischen Zukunftsperspektiven bil- 
den. 
  
Die offenen Grenzen zur Schweiz und damit der für 
Liechtenstein grosse gemeinsame Wirtschaftsraum, die 
wirtschaftliche und politische Stabilität, aber auch das 
günstige Steuerklima und die vorteilhafte Lage an einer 
wichtigen Nord-Süd-Verbindung begünstigten den 
wirtschaftlichen Aufschwung Liechtensteins der letzten 
Jahrzehnte sowie die dynamische Entwicklung in allen 
Bereichen der Wirtschaft. Ich freue mich ganz beson- 
ders darüber, dass Liechtenstein als Gastland am 
Comptoir Suisse 1989 die Gelegenheit erhält, seine 
wirtschaftlichen Leistungen auch der Bevölkerung der 
Westschweiz näherzubringen. In diesem Sinne erhoffe 
ich mir von der liechtensteinischen Teilnahme am dies- 
jährigen Comptoir neue und vielfältige Kontakte auf 
persönlicher und auch wirtschaftlicher Ebene zwischen 
der Westschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein. 
Dank für die Einladung 
Ich hoffe sehr, dass die liechtensteinische Teilnahme am 
Comptoir Suisse 1989 den Besuchern wie auch den 
Organisatoren in positiver Erinnerung bleiben wird. Ich 
persönlich freue mich auf die Begegnung mit der 
Westschweiz anlässlich des Comptoir Suisse 1989 in 
Lausanne und ich bedanke mich bei dieser Gelegenheit 
nochmals herzlich dafür, dass das Fürstentum Liechten- 
stein Gastland an dieser bedeutenden schweizerischen 
Ausstellung sein darf. 
  
Regierungsgebäude in Vaduz 
 
	        

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