Volltext: Die Schlossabmachungen vom September 1920

  
ohnbe- 
völkerung 
Liechten- 
steins: 
11870. 
Wiederrichtung der 1933 von 
der Regierung Hoop aufge- 
hobenen Gesandtschaft in Bern 
auf Beschluss von Fürst Franz 
Josef II. (26.12.). 
Botschafter wird Prinz Heinrich 
von Liechtenstein. 
fasst. Darin wurden die fürstlichen Entschliessungen vom 11. und 13. Septem- 
ber bestätigt. Zusätzlich wurden darin noch Erklärungen deponiert bzw. Wün- 
sche ausgesprochen. Es handelte sich um redaktionelle Vorstellungen für den 
Verfassungsentwurf, um die Besetzung des Staatsgerichtshofes mit Liechten- 
steinern und um die Anzahl der Landtagsabgeordneten. Als zentraler Punkt war 
die Forderung enthalten, dass die Berufung Peers auf die Dauer eines halben 
Jahres eingeschränkt werde. 
Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Delegiertenversammlung der Volks- 
partei war nun eine Einigung erzielt worden. Anschliessend erfolgte eine unge- 
zwungene Unterhaltung bis 0.15 Uhr. 
Die Audienz der Volksparteiler beim Fürsten fand am 14. September statt. Sie 
dauerte bloss sieben bis acht Minuten. Was gesprochen wurde, «war belanglos». 
Am gleichen Tag fand die Versammlung der etwa 60 Volkspartei-Delegierten im 
Adler in Vaduz statt. Die Versammlung dauerte von abends acht Uhr bis mor- 
gens um zwei Uhr. Die Ergebnisse der Schlossverhandlungen wurden erläutert. 
Beck erklärte, dass das Entgegenkommen des Fürsten kein freiwilliges gewesen 
sei, man habe ihm manche Punkte förmlich abringen müssen. Der grösste Teil 
der Delegierten war den Versprechungen Peers gegenüber misstrauisch. Nach 
längerer Diskussion mit einigen kritischen Wortmeldungen wurde den Unter- 
händlern das einstimmige Vertrauen ausgesprochen. Die Delegiertenversamm- 
lung beschloss, die Verhandlungsdelegation um drei Mitglieder, Felix Hasler, 
Alois Frick und Andreas Vogt, zu erweitern. Diese Delegation erhielt den Auftrag, 
am nächsten Tag noch anzustreben, das Proporzthema auszuscheiden, Regie- 
rungsrat Johann Wanger zum Rücktritt zu veranlassen und Wilhelm Beck an 
dessen Stelle in die Regierung zu setzen. 
Am Mittwoch, dem 15. September, fand zuerst die «Geburtstagshuldigung» zum 
80. Geburtstag des Fürsten statt, anschliessend wurde die fünfte Verhandlung 
durchgeführt. Sämtliche Abgeordneten der Bürgerpartei wollten zur gleichen Zeit 
 
	        

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