Volltext: Die Schlossabmachungen vom September 1920

vorwiegend in der Unterlánder Bevolkerung — damit argumentiert hatten, dass 
Peer «das Loch gegen Feldkirch», also die Handels- und Wirtschaftsbeziehun- 
gen, öffnen würde. 
Am nächsten Tag, am 11. September, trugen Peer und Martin dem Fürsten die 
Ergebnisse der Besprechung des Vortages vor. Die daraufhin vom Fürsten ge- 
fasste Entschliessung, in der auch Becks Vorschläge enthalten waren, wurde die 
Grundlage für die weiteren Besprechungen. Auf Wunsch des Fürsten wurde die 
Einführung des Proportionalwahlrechtes zum Landtag aufgenommen. 
Am Nachmittag des gleichen Tages wurden einige Vertreter der Bürgerpartei im 
Absteigequartier empfangen (Fritz Walser, Johann Wanger, Franz Josef Marxer 
und Peter Büchel). Ihnen wurden die Hauptpunkte der fürstlichen Entschliessung 
mitgeteilt. Die Bürgerparteivertreter zeigten sich keineswegs erfreut über das 
nach ihrer Ansicht zu weit gehende Mass der Zugeständnisse, welche dadurch 
der Volkspartei gemacht worden seien. 
Am Abend des 11. September fand im Gasthaus zum Kirchthaler in Vaduz die 
zweite Besprechung mit den Volksparteivertretern statt. Ausser Beck und Schäd- 
ler nahm auch Volksparteiobmann Anton Walser-Kirchthaler daran teil. Als Ver- 
handlungspartner der Gegenseite waren Peer und Martin anwesend. Die Volks- 
partei-Vertreter erhoben Einspruch dagegen, dass vor der vollständigen Einigung 
mit ihnen die Bürgerpartei über den Gang der Verhandlungen informiert werde. 
Sie betrachteten dies als einen Vertrauensbruch. Die fürstlichen Vertreter sagten 
zu, in Hinkunft die Verhandlungen vertraulich zu behandeln. Zur Überraschung 
der Volkspartei-Vertreter verlas Martin ein Schreiben des Fürsten, in welchem 
dargelegt war, dass Peer dem Kabinettsrat zu den Verhandlungen «beigegeben» 
worden sei. Beck und seine Begleiter fanden es unkorrekt, dass Peer als offizi- 
eller Beistand des Kabinettsrates auftrat. 
Als Diskussionsgrundlage für die weiteren Verhandlungen dienten die fürstlichen 
Entschliessungen. Darin war Peer als Regierungschef auf die Dauer eines Jahres 
«D 
ohnbe- 
vôlkerung 
Liechten- 
steins: 
11350. 
600-Jahr-Gedenkfeier der Graf- 
schaft Vaduz (1342), verbunden 
mit einem «Zürchertag» 
in Liechtenstein. Rund 1000 
Musiker und Besucher aus der 
Schweiz nehmen teil. 
Im Rahmen der Kriegswirtschaft 
werden Brennholz, Brot, Milch 
rationiert und Luxussteuern 
auf alle möglichen Artikel 
eingeführt (31.10). 
Die Kabinettskanzlei gibt die 
Verlobung von Fürst Franz Josef Il. 
mit Georgine Gräfin Wilczek 
bekannt (31.12.). 
    
  
   
  
   
  
«Kinder-Land-Verschickungslager» 
auf Gaflei um etwa 1943/1944. 
  
  
     
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