Volltext: Die Schlossabmachungen vom September 1920

keinen Landesvater, nur einen Landesfürsten, er sei kein Untertan. In einer De- 
pesche der Volkspartei nach Wien protestierten «gut 450» Bürger aus Vaduz, 
Triesenberg und Balzers «feierlich ebenso wie die Triesener gegen die Besetzung 
der Regierung durch Ausländer.» Die «Oberrheinischen Nachrichten» meinten, 
die «liechtensteinische Ehre sei mit einer Ausländerregierung unvereinbar», da 
Liechtenstein dadurch sich im Zustand eines «ósterreichischen Koloniallandes» 
befinde. Mit der Klage über den «Absentismus», also der stándigen Landesab- 
wesenheit des Landesfürsten, wurde in diesem Zusammenhang auch direkte 
Kritik am Verhalten des Fürsten geübt. 
Die Bürgerpartei reagierte auf die von der Volkspartei betriebene «Politik der 
Strasse» mit einer «grossen Volkskundgebung im Unterland», an der über 500 
stimmberechtigte Bürger teilnahmen. Als Sprecher an dieser Volkskundgebung 
traten FBP-Obmann Franz Verling, Landtagspräsident Friedrich Walser sowie 
David Bühler, Johann Wohlwend, Peter Büchel, Andreas Meier, Franz Josef 
Marxer und Eugen Nipp auf. Sie alle sprachen sich für die Berufung Peers als 
Landesverweser aus. Auch an dieser Versammlung wurde eine Resolution ver- 
fasst. Darin begrüssten die über 500 versammelten stimmberechtigten Bürger 
«die fürstliche Ernennung des Herrn Dr. Peer zum Landesverweser von Liechten- 
stein». Zugleich verurteilte diese Resolution «auf das Entschiedenste jedes Vor- 
gehen gegen den Bestand des Landes als konstitutionelle Monarchie» und die 
Anwesenden gelobten «als freie Bürger unserem Fürsten unentwegte Treue». Die 
Resolution schloss mit einem Hoch auf Fürst und Vaterland. Die «Oberrheini- 
schen Nachrichten» bemerkten zu dieser Resolution über die von der Bürger- 
partei propagierte Ernennung eines neuen Landesverwesers bissig: «Bei uns gibt 
es nichts zu verwesen, wohl aber zu regieren.» 
Die Volkspartei blieb durch ihre rührige Aktivität weiterhin der agierende Teil in 
der Auseinandersetzung. Im April 1920 liess die Volkspartei Peer wissen, dass 
sie «den Kampf mit allen erlaubten Mitteln» führen werde. 
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Gesetz vom 18. Januar 1939 liber 
die Einführung des Proporzes. 
  
genen Personen zu Abgeordne- 
ten bzw. zu Stellvertretern (6.4.). 
Die Vaterländische Union nomi- 
niert Dr. Otto Schädler (Vaduz), 
Johann Beck (Triesenberg), 
Basil Vogt (Balzers), Florian 
Kindle (Triesen), Josef Sele 
(Vaduz) als Oberländer Abgeord- 
nete, Rudolf Matt (Mauren) und 
Chrysostomus Oehri (Ruggell) 
als Unterlánder Mandatare. 
Huldigung des Volkes beim 
Schloss Vaduz fir First Franz 
Josef Il. (29.5.). 
Liechtensteiner Tag an der Landi 
in Zürich (16.7.). 
Ausbruch des Zweiten Welt- 
krieges (1.9.). Verschiedene 
Liechtensteiner kämpfen auf 
deutscher Seite mit. 
 
	        

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