Volltext: Die Schlossabmachungen vom September 1920

5.2.2. Ausserparlamentarische Opposition 1919 
Am Sonntag, den 30. März 1919, fand in Balzers eine Spritzenprobe der Feuer- 
wehr statt. [Am 2. März war die Herabsetzung des Wahlfähigkeitsalters abge- 
lehnt worden]. Die Jungmannschaft wurde dabei laut Bericht der Ortsvorstehung 
«von bekannter Seite» aufgehetzt. Die anwesenden 52 jungen Balzner weigerten 
sich, an der Spritzenprobe teilzunehmen. Sie begründeten ihren Streik mit 
den Worten: «Wenn man mit 21 Jahren zu dumm ist zum Stimmen, ist man 
auch zu dumm zum Spritzen. Es sollen die Alten spritzen, welche Nein gestimmt 
haben.» 
Am 23. Juni 1919 überschritten in Balzers 10 junge vermummte Burschen um 
9.45 Uhr die Grenze bei der Zollstrasse. Sie führten einen Handwagen mit, waren 
mit grösseren Prügeln ausgerüstet und überschritten die Grenze im Laufschritt. 
Die zwei anwesenden Finanzer mussten ausweichen und «diese Schmuggler- 
bande passieren lassen». 
Im August 1919 teilte die Staatsanwaltschaft dem Landgericht mit, dass eine 
Abteilung von Finanzwachleuten am 17. August nach Balzers hätte einrücken 
sollen, um die Vorschriften über die Ein- und Ausfuhr zu vollziehen. [Am 2. 
August war der Zollvertrag gekündigt worden]. Emil Brunhart habe die Bevölke- 
rung von Balzers aufgefordert, zusammenzustehen und den Einmarsch gewalt- 
sam zu verhindern. Dem habe eine grosse Menge Leute Folge geleistet und sei 
an das nördliche Dorfende marschiert. Die Finanzwachleute wurden vom 
Finanzoberwachkommissar vom Einrücken nach Balzers zurückgehalten. Das 
Landgericht sah von einer Strafverfolgung ab, da die Voraussetzungen für eine 
Straftat nicht erwiesen seien. 
Am 19. November 1919 wurde Julius Hoch, 18 Jahre alt, wohnhaft in Triesen, 
vom Landgericht zu drei Tagen Arrest verurteilt. Er hatte dem Hilfspolizisten 
Anton Verling auf der Landstrasse nachgerufen: «Hoch die Revolution, nieder 
mit der Bürgerwehr.» Vor Gericht gab Hoch an, er habe seinen Kollegen nur von 
«D 
  
  
Mit dem Tod von Fürst Franz I. 
am 25. Juli 1938 wird der seit 
dem 30. März als Prinzregent 
amtierende Franz Josef Il. Fürst 
von Liechtenstein. In seine rund 
50jährige Regierungszeit fällt 
eine vollständige Umgestaltung 
Liechtensteins zu einem hoch- 
spezialisierten Industrie- und 
Dienstleistungsstaat. Fürst Franz 
Josef Il. verstirbt am 18. Oktober 
1989. 
  
und Unabhängigkeit des 
Fürstentums Liechtenstein 
aus (15.3.). 
Die Parteien finden einen Weg. 
aus dem seit zehn Jahren 
dauernden Parteienstreit. 
Die Bürgerpartei teilt ihre Macht. 
Die seit 1928 praktisch ausge- 
grenzte Opposition wird in die 
politische Willensbildung mit- 
einbezogen, die Vaterlándische 
Union wird mit Dr. Alois Vogt 
und Arnold Hoop an der 
 
	        

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