Volltext: Die Schlossabmachungen vom September 1920

  
ohnbe- 
völkerung 
Liechten- 
steins: 
10650. 
Regierungschef Josef Hoop 
ordnet eine Haussuchung im 
Sekretariat des früheren 
«Heimatdienstes» an wegen des 
Verdachtes, dass der ehemalige 
Heimatdienst-Sekretär, seit 1936 
«Vaterland»-Redaktor, eine 
Spitzeltätigkeit für das Deutsche 
Reich ausgeübt habe (23.1.). 
Das Staatsschutzgesetz wird 
erlassen, es verbietet nach- 
richtendienstliche Tätigkeiten und 
schränkt die Redefreiheit 
der Ausländer in Liechtenstein 
ein (17.3.). 
Erste Liechtensteiner Skimeister- 
schaft (6./7.3.). 
Die Delegiertenversammlung der 
Vaterländischen Union spricht 
dem Regierungschef das Miss- 
trauen aus (18.4.). 
Ein im Landtag eingebrachtes 
Misstrauensvotum wird von der 
Bürgerpartei-Fraktion abgelehnt 
(26.4.). 
Wegen eines kritischen Artikels 
werden dem «Liechtensteiner 
Vaterland» die Amtlichen Kund- 
machungen entzogen (15.5.). 
Bewilligung für die Maristen- 
Schulbrüder zur Gründung und 
Führung einer höheren Schule, 
5.1. Vorbemerkung 
Die Antwort auf die Frage «Was sind denn die Schlossabmachungen?» könnte 
etwa lauten: Im Umfeld der heftigen Auseinandersetzungen der Jahre 1918 bis 
1921 um eine vielschichtige Neuorientierung stellen die Schlossabmachungen 
eine wichtige Zäsur dar. Dies gilt sowohl für den beschrittenen Weg, der von 
kämpferischen Forderungen nach Veränderungen bestimmt war, als auch für die 
angestrebten Ziele. 
Die Schlossabmachungen, die durch die Schlossverhandlungen eingeleitet und 
vorbereitet wurden, sind als Markstein im historischen Umfeld der Zeit vom 
Kriegsende von 1918 bis zur Einführung der neuen Verfassung vom Oktober 
1921 zu sehen. 
5.2. «Bewegte Zeiten»: Das Jahr 1919 
Um die Entwicklung differentieller betrachten zu können, ist es wichtig, auch die 
«Volksebene», und zwar in ihrer gewählten Vertretung und auf der ausserparla- 
mentarischen Ebene — soweit moglich — in die Betrachtung mit einzubeziehen. 
Die Landtagssitzungen des Jahres 1919 sind geprágt von der Oppositionsarbeit 
der Volkspartei: Wirkungsvolle, kàmpferische Auftritte, Auseinandersetzungen 
mit der von einem Auslánder prásidierten Regierung und die Aufarbeitung wich- 
tiger Entscheidungen prágen das Bild. 
Der Widerstand aus dem Volk beginnt mit punktuellen Ansátzen gegen einzelne Be- 
stimmungen und steigert sich zu grundsätzlichen Forderungen nach Veränderungen. 
Die Anteilnahme des Volkes auf breiter Basis zeichnet diese Entwicklung aus. 
5.2.1. Landtagstätigkeit 1919 
In der Landtagsperiode 1919 wurden 13 Sitzungen abgehalten. 
Herausragende Ereignisse waren die von der Volkspartei initiierten Volksabstim- 
mungen vom 2. März über die Erhöhung der Zahl der Volksabgeordneten von 12 
> 
  
 
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.