Volltext: Die Schlossabmachungen vom September 1920

1995 
ist er das bisher am längsten 
amtierende Regierungsmitglied 
der liechtensteinischen 
Geschichte seit der Verfassung 
von 1921. 
In einer Volksabstimmung wird 
ein Verpflichtungskredit für die 
Errichtung des Landtags- 
gebáudes und weiterer Bauten 
für eine Neugestaltung des 
Regierungsviertels abgelehnt 
(57.3). 
Feier von «70 Jahre Zollvertrag 
Schweiz-Liechtenstein» (29.3.). 
Landtagseróffnung und Thron- 
rede von Fürst Hans Adam Il. 
(19.5.). 
Erstmals nimmt mit Dr. Cornelia 
Gassner eine Frau in der 
Regierung Einsitz (26.5.). 
  
  
Vereidigung der neuen Regie- 
rung (v. I.) Regierungsrat Dr. Mi- 
chael Ritter, Vize-Regierungschef 
Dr. Mario Frick, Regierungschef 
Markus Büchel, Regierungsrátin 
Dr. Cornelia Gassner, Regierungs- 
rat Kurt Korner. 
  
  
Landesverweser Imhof als total unfáhig für die Regierung. Den In der Maur 
lernte [Seite 4/5] Dr. Peer im Jahre 1907 anlásslich der Ausarbeitung eines 
Entwurfes für die Justizreform kennen. Dr. Peer hatte einen solchen Entwurf 
im Auftrage Dr. A. Schádlers gemacht, musste sich aber auf eine Skizze be- 
schránken, da er nur 2 Tage Zeit hatte. In der Maur bezeichnete die Leistung 
Peers als Schleuder-Arbeit. «In der Maur war eigensinnig wie ein Maultier», 
bemerkte Peer. Dr. Beck und Reallehrer Schàdler waren peinlich berührt, als 
Dr. Peer im Verlauf der Verhandlungen jenen Entwurf Dr. Becks für eine Prokla- 
mation an das Volk aus seinen Akten hervorzog, den Dr. Beck als strenge Ver- 
trauenssache am 7. Sept. dem Kabinettsrat Martin übergeben hatte. [Seite 5/6] 
Nach einer Missbilligung dieses als Vertrauensbruch aussehenden Vorgehens,’ 
von Seite Martins wurden dann die Vorschläge Dr. Becks eingehend bespro- 
chen und namentlich auch mit dem Verfassungsentwurf des Prinzen Karl ver- 
glichen. Dr. Peer sieht in der Arbeit des Prinzen Karl einen unbrauchbaren Ent- 
wurf für eine Verfassung, die nach Ansicht Peer’s denn doch etwas Dauerndes 
sein müsse.? 
Dr. Peer ist für Abschaffung der fürstl. Abgeordneten, ist auch dafür, dass der 
Volkspartei Satisfaktion erteilt werde, weil sie in der Peerfrage in «ungehóriger 
Weise umgangen» [Seite 6/7] wurde, ist auch bereit, in den Verfassungsentwurf 
den Passus aufzunehmen, dass ein Beamter, der nicht vertrauenswürdig sei, gehen 
miisse, halt es fiir gerecht, dass auf 1 Abgeordneten im Unterland und Oberland 
gleichviele Einwohner entfallen, nennt die Bürgerpartei eine «rückwártsstrebende 
Fortschrittspartei», ist mit Dr. Beck der Ansicht, dass über der gesamten Verwal- 
7. [Ergänzung (in anderer Schrift)]: «das Reallehrer Schádler als eine Lumperei bezeichnete» ] 
8. [Marginalie (in anderer Schrift)]: Der Entwurf Prinz Karls wird eingehend von Dr. Peer und Dr. Beck 
durchbesprochen und waren sich beide einig, dass dieser Entwurf mit seinen Widersprüchen und 
veralteten Bestimmungen unbrauchbar sei. Besonders aber die Glaubens- und Gewissensfreiheit, der 
Verfassungssatz, wonach das kirchliche Eherecht des a.b.G.B. verfassungsrechtlich geschützt sel; 
fand u. a. die Missbilligung Peers, der stets seine liberale Auffassung hervorstrich. Unter hohen und 
freundlichen Beteuerungen gab er den Ansichten von Schádler und Beck stets recht. 
«p» 
 
	        

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