Volltext: Die Schlossabmachungen vom September 1920

  
  
treters durch einen Ausländer, sei es provisorisch oder definitiv, nichts mehr 
wissen will und auf einer aus Landesbürgern zusammengesetzten Regierung 
besteht; 
dass endlich im übrigen die mehrfach kundgetanen Gründe gegen die Bestel- 
lung eines Ausländers an der Regierung, insbesonders jene gegen Herrn Hofrat 
Dr. Peer in No. 35 der «Oberrheinischen Nachrichten», ferner in No 38, 37, 36 und 
  
32, welche als Beilage mitfolgen, nach wie vor ihre volle Geltung haben, 
  
  
beschlossen: 
1. Die Vertrauensmánnerversammlung besteht nach wie vor auf den früher 
  
kundgegebenen Entschliessungen, wonach sie nur mehr eine aus Landesbürgern 
Generalsekretär Perez de Cuellar 
in Liechtenstein (4.—6. Juli 1991), 
zusammen mit Regierungschef 
bestehende Regierung anerkennt. Sie stellt nochmals und in unzweideutiger 
Weise fest, dass sie nie und in keiner Weise mit einer Regierung einverstanden 
Hans Brunhart. ist, an der ein Ausländer in irgend einer Weise als Regierungschef oder dessen 
  
Stellvertreter oder unter sonst einem Namen tätig ist, mit dem Volke verkehrt 
und seine Unterschrift abgibt. 
2./ Die Versammlung missbilligt und verurteilt das Vorgehen anlässlich der ge- 
planten Berufung des Herrn Hofrates Peer und sie spricht diesem Manne noch- 
Liechtenstein wird Voll- mals ihr volles Misstrauen aus. 
mitglied der Europäischen Die Versammlung müsste es im Interesse des Landesfriedens sehr bedauern, 
Freihandelszone EFTA (22.5.). 
Tod des ehemaligen Vizeregie- 
rungschefs Fürstl. Rat Josef deutig bekannt gegebenen Willens eines Grossteils des Liechtensteiner Volkes ins 
wenn Herr Hofrat Peer in irgendeiner amtlichen Eigenschaft trotz des unzwei- 
Büchel (15.11.). Land kommen sollte. Der Riss und Zwiespalt im Volk müsste auf diese Art nur 
Das Volk stimmt der Einführung 
der 5-Tage-Schule zu und 
verwirft ein Lärmschutzgesetz sollte wirken können. Wenn, was wir zwar bedauren, und nicht wünschen wür- 
noch grösser werden und es ist nicht einzusehen, wie Herr Peer noch segensreich 
(20./22.9.). den, bedauerliche Auftritte vorkommen sollten, falls Herr Hofrat Peer ins Land 
Feier des 25jährigen Bestehens 
kommt, so tragen jene die Verantwortung, die hartnäckig an dieser missliebigen 
der Jugend Union (27.12.). 9 9 9 
Kandidatur festhalten und sich der Aufklärung verschliessen. Die Folgen werden 
NUN keine guten sein. Für Herrn Peer ist unser Land kein Wirkungsfeld. 
  
«D» 
 
	        

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