Volltext: Vaduzer Wein

  
24. Dezember 1943 
Weinbaugesetz 
Dienstag nachmittag beriet und beschloss der Land- 
tag das schon vor 3 Jahren eingereichte Weinbau- 
gesetz. Nach diesem Gesetz ist der Anbau von Direkt- 
trägerreben und Mutterreben verboten. Die Ein- 
führung von Reben nach Liechtenstein ist einer 
Bewilligung unterstellt. Wer trotzdem solche im 
Lande verbotene Reben pflanzt, wird bestraft und hat 
die angesetzten Reben zu entfernen. Im Gesetze ist 
dann weiter die Bekämpfung des Schädlingswesens 
geregelt, die im Säumnisfalle eventuell auf Kosten des 
Weinbergbesitzers vorgenommen werden kann. Auch 
auf dieses Gesetz werden wir noch näher zurückkom- 
men.306 
1944 7. Januar 1944 
Gesetz betreffend den Weinbau 
Das Gesetz betreffend den Wein, an welchem die 
Winzergenossenschaft Vaduz wesentlich mitgewirkt 
hat, wird in Kraft gesetzt.307 
15. März 1944 
An die Winzerschaft 
Das Spritzen der Reben gegen den grossen Schädling 
Kräuselmilbe nicht unterlassen! 
Wo die Knospen noch nicht entwickelt sind, sprit- 
zen Sie mit 2-prozentigem Nikrol oder Sandolin. Bei 
stark angeschwollenen Knospen wähle man 1% Sulfo- 
maag.308 
13. Juni 1944 
Vaduz 
Die Traubenblüte hat begonnen. Da wáre jetzt eine 
làngere Schónwetterperiode sehr von gutem, der An- 
satz, wie die bisherige Entwicklung zeigt, ist vielver- 
sprechend. Wer mit der ersten Bespritzung noch im 
Rückstand ist, soll damit nicht mehr lànger sáumen, 
es konnte sich rachen.30 
14. September 1944 
Weinbauliches 
Die gefallenen Regen sind auch unseren Reben gut 
bekommen. Die Trauben haben sich allenthalben gut 
entwickelt, und die Reife schreitet voran. Doch wie zu 
beobachten ist, hat sich leider der gefürchtete 
Sauerwurm - die bedeutendste Ursache der Trauben- 
fáule — vielfach stark eingenistet. Die Bekämpfung 
desselben durch sorgfáltiges Ausstechen der befalle- 
nen Beeren, welche Arbeit jedoch ohne weiteres 
Zögern sofort auszuführen wäre, würde sich bestens 
lohnen und grossen Fäulnisschäden vorbeugen.?!9 
3. Oktober 1944 
Für unsere Weinbauern 
Die Eidgen. Versuchsanstalt in Wädenswil gab neulich 
eine Mitteilung heraus, in der die Bedeutung der Vor- 
lese in der diesjährigen Weinlese hervorgehoben 
wird. Infolge des regnerischen Wetters hat die Grau- 
fäulnis einzelne Trauben befallen. Diese sollen in 
einer Vorlese herausgeschnitten werden, damit die 
restlichen Trauben umso besser ausreifen können. 
Durch eine solche teilweise Lese wird der Weinstock 
entlastet und die Qualität der Spätlese bedeutend ge- 
hoben. Zudem reduzieren sich nach der Mitteilung 
auch die Fäulnisverluste ganz beträchtlich, wenn vor- 
gelesen wird. Die angefaulten Trauben aber sollen 
ganz herausgeschnitten, nicht nur die einzelnen 
Beeren ausgelesen werden.?!! 
300 [ Volksblatt, 18. März 1943, Nr. 33. 
?" LVolksblatt, 1. Juli 1943, Nr. 74; s. auch LVolksblatt, 26. Juni 
1943, Nr. 72. 
9? [Volksblatt, 27. Juli 1943, Nr. 85. 
303 [Volksblatt, 21. August 1943, Nr. 96. 
304 J Volksblatt, 7. Oktober 1943, Nr. 115. 
305 [ Volksblatt, 30. Oktober 1943, Nr. 195. 
9 [ Volksblatt, 24. Dezember 1943, Nr. 146. 
9*7 LGBI. 1944, Nr. 11, 7. Januar 1944. 
308 IVolksblatt, 15. März 1944, Nr. 44. 
39 LVolksblatt, 13. Juni 1944, Nr. 66. 
310 LVolksblatt, 14. September 1944, Nr. 104. 
311 LVolksblatt, 3. Oktober 1944, Nr. 112. 
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