Volltext: Vaduzer Wein

  
TEE or en 
September 1932 
Feld- und Traubenhirt 
Der Weibel der Gemeinde Vaduz rief am 8. Septem- 
ber 1932 die Stelle des Feld- und Traubenhirtes 
offentlich aus. 
Bei der Gemeindeverwaltung gingen Offerten von 
Anton Seger Nr. 56 zu Fr. 7.— pro Tag, von Alf. Ospelt 
Nr. 65 zu Fr. 6.20 pro Tag, von Johann Rheinberger zu 
Fr. 6.25 pro Tag sowie von Richard Gassner zu Fr. 6.— 
pro Tag ein. 
Am 14. September bestellte die Gemeinde Vaduz 
Anton Seger zum Feld- und Traubenhirt.206 
3. September 1932 
Weinernteaussichten 1932 
Wenn die gute Witterung anhält, verspricht der 
Herbst 1932 eine ausgezeichnete Qualität. Hingegen 
wird das Quantum weit hinter der vorjährigen Wein- 
ernte zurückstehen. Wie die Winzer der Ostschweiz 
werden auch wir mit der Hälfte des Vorjahres zufrie- 
den sein müssen. Einzelne Weinberge versprechen 
fast eine Vollernte, andere haben stark unter 
Winterfrost, Frühjahrsungunst, schlechtem Blüten- 
wetter und Heuwurm gelitten. Auch die Gelbsucht 
der Reben war eine Zeitlang zu bemerken. Die 
Bekämpfung der Kräuselkrankheit, des Heu- und 
Sauerwurms zeitigte gute Resultate. In manchen 
Weinbergen wurde der Bekämpfung der Peronospora 
zu wenig Augenmerk geschenkt. Das hat sich bitter 
gerächt, indem damit ein Teil der Ernte verloren ging 
und die Reben auch fürs nächste Jahr geschwächt 
sind. 
Das heisse Augustwetter holte für den Reifegrad 
vieles nach, doch litt das Beerenwachstum unter der 
Trockenheit. Die letzten Regenfälle wirkten in dieser 
Hinsicht aber wieder sehr gut. Scheckige Trauben 
sind schon hie und da zu sehen, die nun auch gut auf- 
zuschwellen beginnen. Die Hauptarbeit, die ange- 
nehmste, wird nun das Wimmeln sein. Einzelne 
Reben sind noch einzuköpfen und zu entgeizen. Ge- 
spritzt sollten nur noch die ein- und zweijährigen 
Jungreben werden, diese aber unbedingt. Falls der 
echte Mehltau noch auftreten sollte, dürfte noch 
leicht geschwefelt werden. Jedoch ist etwa 3 Wochen 
vor der Ernte vom Schwefeln abzusehen, da sonst der 
Wein einen Böcksergeschmack bekäme. Die geplag- 
ten Winzer rechnen bei guter Qualität mit einem 
Preisaufschlag gegenüber 1931.207 
8. September 1932 
Vom Weinbau 
In verschiedenen Reblagen kann beobachtet werden, 
wie in den Trauben da und dort einzelne faule Bee- 
ren vorhanden sind. Werden diese Beeren in den 
Trauben belassen, so bilden sie den Herd für weiter 
um sich greifende Fäulnis. 
Es kann nicht genug empfohlen werden, sich die 
Mühe zu nehmen, die faulen Beeren jetzt möglichst 
sofort aus den Trauben auszulesen. Dabei sollten die 
Beeren aber nicht einfach auf den Boden geworfen, 
sondern in Büchsen gesammelt und zu Hause mög- 
lichst durch Feuer vernichtet werden, damit nicht die 
Krankheitskeime im Boden vermehrt werden oder, 
soweit es sich um Sauerwurmschäden handelt, der 
Wurm zur weiteren Erhaltung in den Boden gebracht 
wird. Also baldigst und gründlich die faulen Beeren 
auslesen. 
Die heurige Ernte wird ohnehin schwach ausfallen, 
da die meisten Traubenbeeren immer noch keine 
Neigung zeigen, sich zu der durchschnittlichen 
Grösse zu entwickeln, sondern beim blauen Burgun- 
der für die Jahreszeit und den Entwicklungsgrad der 
Reife noch ungewöhnlich klein sind. Erhalten wir, 
was môglich ist!208 
?" GAV, Signatur Nr. 725. 
?" GAV, Signatur Nr. 725. 
202 I Volksblatt, 13. Oktober 1931, Nr. 121. 
203 GAV, Signatur Nr. 725. 
%4 I Volksblatt, 29. Oktober 1931, Nr. 125 u. 24. Oktober 1931, Nr. 
126. 
25 [ Volksblatt, 14. Juli 1932, Nr. 81. 
26 GAV, Signatur Nr. 725. 
207 LVolksblatt, 3. September 1932, Nr. 102. 
208 LVolksblatt, 8. September 1932, Nr. 104.
	        

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