Volltext: Vaduzer Wein

  
lung auf Antrag der nicht saumigen Partei oder eines 
der Schiedsrichter durch das fürstliche Landgericht. 
Im Verzug ist die Partei, wenn sie innerhalb von 
8 Tagen, seit dem ihr der vom Gegner gewählte 
Schiedsrichter bekannt geworden ist, den von ihr zu 
wählenden Schiedsrichter dem Gegner nicht nam- 
haft gemacht hat. 
Als Schiedsrichter sind nur solche Inländer zuläs- 
sig, die das Wahlrecht zur Gemeindevertretung besit- 
zen. 
Jaduz, am 15. März 1925 
Emil Real 
B. Risch 
Jos. Gassner 
Bernhard Ospelt 
John. Ospelt 
Jos. Ospelt!* 
20. Mai 1925 
Rebenbespritzung 
Wenn die Entwicklung der Weinreben wie in den letz- 
ten Tagen anhält, empfiehlt es sich, die erste Besprit- 
zung in der nächsten Zeit vorzunehmen. Für diese 
erste Bespritzung genügt eine etwa lprozentige Kup- 
fervitriollósung. 
Für Vaduz hat die Winzergenossenschaft die 
Bespritzungsmaterialien auf Lager und zwar bei Satt- 
lermeister Johann Ospelt, wo die Waren gegen Bar- 
zahlung bezogen werden kónnen. Dortselbst ist auch 
Schwefelpulver für die Mehltaubekàmpfung auf 
Lager. !® 
10. Juni 1925 
Weinbauliches 
Dank der anhaltend schönen Witterung und der mit 
erfreulichem Eifer durchgeführten Bespritzung ste- 
hen die Reben in Vaduz derzeit sehr schón. Der 
Fruchtansatz, der in einzelnen Lagen recht gut und 
in anderen schwácher ist, entwickelt sich rasch, und 
es dürfte nächster Tage die Blüte einsetzen. Mit dem 
“Verbrechen” kann man nun ruhig beginnen. Hiebei 
sollte man aber beachten, dass bei den Trauben tra- 
genden Schossen, die verzwickt werden, ausserhalb 
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des Gescheines (Traube) noch mindestens zwei oder 
drei Blätter stehen bleiben, weil dies die Ernährung 
und damit die Ausbildung der Traube fördert. 
Schosse aus dem alten Holze, die keine Trauben tra- 
gen, sollten ganz entfernt werden, bis auf ein ziem- 
lich tief stehendes Schoss, das als Reserve zu dienen 
hat, um später die Rebe zurückschneiden zu können. 
Da der Heuwurm bereits seine Eier in die Ge- 
scheine!*6 gelegt hat, wäre es gut, wenn die Bekämp- 
fung dieses Schädlings jetzt schon einsetzen könnte. 
Am wirksamsten habe sich bis jetzt erwiesen eine 
Bespritzung der Trauben mit Bleiarsenat, also eine 
Mischung von zwei scharfen Giften. Dieses Mittel ist 
bei Dr. Maag in Dielsdorf erhältlich, aber ziemlich 
teuer. Es wird z. B. in der Versuchsanstalt Wädenswil 
der Bordeauxbrühe (Kupferkalkbrühe) beigemischt, 
auf 100 Liter Brühe zwei Kilo Bleiarsenat; mit dieser 
Mischung werden dann die Trauben bespritzt, wobei 
natürlich mehr oder weniger für den ganzen 
Rebstock etwas abfällt. In kleinen Rebbesitzen dürfte 
auch das Herauslesen der Würmer gute Dienste tun, 
wobei allerdings zu beachten ist, dass der Wurm bis 
dahin schon ziemlich Schaden verursacht hat und 
durch das Herauslesen selbst weiterer Schaden getan 
wird. 
Die Bekämpfung des echten Mehltaus sollte eben- 
falls jetzt schon einsetzen und zwar durch Bestäubung 
der ganzen Reben mit trockenem Schwefel, was sich 
bis jetzt als das wirksamste Mittel erwiesen habe. Die 
Arbeit sollte entweder zu früher Tageszeit, wo noch 
Tau liegt, oder abends ausgeführt werden, damit der 
Schwefelstaub besser haftet. 
Bei der Bespritzung der Reben zur Bekämpfung 
des falschen-Mehltaus mit Kupferkalkbrühe sollten 
die Mischungen für die noch folgenden Bespritzun- 
gen hergestellt werden in folgender Zusammen- 
setzung: auf 100 Liter Wasser 2 Kg. Kupfervitriol und 
1 bis 1% Kg. Kalkhydrat. Bei stärkerem Kalkzusatz be- 
steht die Gefahr, dass junge Blätter verbrannt werden. 
Bei der letzten Bespritzung könnten die Lösungen 
ein wenig stärker gemacht werden. Es soll besser sein, 
dass man die Vitriollösung in die vorher angemachte 
Kalklösung giesst und rührt, als umgekehrt den Kalk 
in das Vitriol. 
  
 
	        

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