Volltext: Vaduzer Wein

  
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tigt, zu letzterem Zwecke von den Weinerlósen einen 
entsprechenden, sich jedoch auf das unbedingt Not- 
wendige beschrànkenden Betrag in Anrechnung zu 
bringen, bleibt aber für dessen Verwendung der Voll- 
versammlung verantwortlich. 
6. 
Der Ausschuss setzt jährlich die Weinpreise fest 
und prüft und bewilligt die eingegangenen Bestellun- 
gen, bevor sie dem Geschäftsführer zur Ausführung 
übergeben werden. Er wird die Zahlungsfähigkeit der 
Käufer sorgfältig prüfen, um die Erlöse sicherzustel- 
len. Sollten trotzdem Verluste entstehen, so werden 
diese von der ganzen Genossenschaft getragen und 
auf das Quantum der Ernte jedes Mitgliedes verteilt. 
7. 
Für den gemeinschaftlichen Verkauf werden Quali- 
tàtsklassen vorgesehen. Die Grenzen dieser Klasse 
werden jährlich vom Ausschusse bestimmt und ist hie- 
für die Ochslin'sche Mostwaage massgebend. Der Aus- 
schuss ist berechtigt, Traubengut, das nicht in die er- 
ste Qualitätsklasse fällt, von der genossenschaftlichen 
Verwertung auszuschliessen. 
Der Ausschuss bestimmt ferner die Torkellokale 
und die Geschirre, in denen die Genossenschafts- 
ernte untergebracht werden soll; er wird auch dafür 
sorgen, dass in jedem Torkel die eingebrachte Fech- 
sung eines jeden Mitgliedes in leicht übersichtlichen 
Tabellen genau nach Menge und Zuckergehalt einge- 
tragen werde. Die Genossenschaftsmitglieder sind da- 
gegen verpflichtet, den einschlägigen Anordnungen 
des Ausschusses Folge zu leisten. 
8. 
Die Mitgliedschaft dauert ein Jahr; doch wird jeder, 
der sich an der ordentlichen Herbstversammlung 
nicht abmeldet, wieder als Mitglied für das kom- 
mende Jahr betrachtet. 
Der Austritt erfolgt freiwillig, aber auch durch Aus- 
schluss, den der Ausschuss verfügen kann, wenn sich 
ein Mitglied der Verletzung dieser Satzungen schul- 
dig macht beziehungsweise den genossenschaftlichen 
Interessen entgegen handelt. 
  
Austretende und ausgeschlossene Mitglieder ver- 
lieren mit dem Augenblick des Austrittes bezw. des 
Ausschlusses jeden Anspruch auf allfälliges Genossen- 
schaftsvermógen, haben aber für etwaige, in diesem 
Zeitpunkte bestehende Verbindlichkeiten der Genos- 
senschaft mitzuhaften. 
9. 
Zur Beschlussfassung in den Ausschuss- und allge- 
meinen Versammlungen ist die Stimmenmehrheit der 
anwesenden Mitglieder, zur Beschlussfassung über 
Statutenänderungen und allfällige Auflösung der Ge- 
nossenschaft zwei Drittel der an der betreffenden 
Versammlung anwesenden Mitglieder erforderlich. 
10. 
Aufgebote und Kundmachungen an die Mitglieder 
erfolgen in der vom Ausschuss beziehungsweise dem 
Obmanne zu bestimmenden Weise. 
LL. 
Bei Genossenschaftsauflósung wird das etwa vor- 
handene Vereinsvermógen an die einzelnen Mitglie- 
der nach Massgabe ihres letzten Ernteanteiles verteilt. 
19. 
Allfällige aus dem Genossenschaftsverbande unter 
den Mitgliedern oder zwischen der Genossenschaft 
und einzelnen Mitgliedern entstehende Streitigkei- 
ten vermögensrechtlicher Natur werden schiedsge- 
richtlich ausgetragen. Das Schiedsgericht besteht aus 
drei Mitgliedern, nämlich aus zwei Richtern und 
einem Obmanne, die nach Stimmenmehrheit, ohne 
an die Vorschriften der Zivilprozessordnung gebun- 
den zu sein, endgültig entscheiden, ihr Urteil aber 
schriftlich abfassen und begründen und den Parteien 
zustellen. Bei der Weigerung einer Partei, den von ihr 
vorzuschlagenden Schiedsricher zu bestellen, oder 
bei Verzögerung dieser Bestellung, oder im Falle die 
beiden vorgeschlagenen Schiedsrichter sich auf den 
Obmann nicht einigen können, erfolgt die Bestel- 
142 [Volksblatt, 18. Februar 1925, Nr. 14. 
15 [ Volksblatt, 4. Màrz 1925, Nr. 18. 
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