Volltext: Vaduzer Wein

  
Wassers gelöst und obigen 90 Litern langsam 
unter stetem Umrühren beigemischt. 
Bei der Zubereitung der Bordeauxbrühe löst man 
2 Kilo Kupfervitriol in gleicher Weise wie oben und 
verdünnt diese Lösung gleichfalls mit 80 Liter kalten 
Wassers. Hierauf werden 2 Kilo gelöschter fetter Kalk 
in 10 Liter Wasser verdünnt und der vorigen Lösung 
zugesetzt. Vor dem Gebrauche sind diese Mischungen 
tüchtig umzurühren. Bei der Herstellung der ge- 
nannten Mischung dürfen keine Metallgefässe in Ver- 
wendung kommen, am besten sind solche von Holz. 
Beide Mischungen müssen immer frisch zubereitet 
werden. 
Es ist sehr wichtig, dass zur Herstellung dieser 
Flüssigkeiten kein hartes Kalk oder Tuffstein führen- 
des Wasser verwendet wird, weil dieses mit Kupfer- 
vitriol Verbindungen eingeht, welche die Wirksam- 
keit der Lösung aufheben. Man nehme weiches 
Wasser, Graben- oder Kanalwasser. 
Das Bordeauxpulver enthält die wirksamen Be- 
standteile der Bordeauxbrühe in Pulverform. Das- 
selbe kann in 8 bis 10 Minuten in Wasser vollständig 
gelöst werden und ist somit leicht zu handhaben. 
Eine Niederlage dieses Pulvers, welches in Ye und 
1 Kilo-Paqueten verkauft wird, befindet sich bei 
Herrn Posthalter Rheinberger in Vaduz. Das Bor- 
deauxpulver wurde im letzten Jahre in Vaduz vielfach 
verwendet und ist die Wirkung desselben nach ver- 
schiedenen Mitteilungen eine recht günstige zu nen- 
nen, doch ist zu empfehten, bei der Bespritzung nach 
der Traubenblüte die Lösung etwas stärker zu ma- 
chen, indem man für das gleiche Quantum Pulver 
statt 100 nur 80 Liter Wasser verwendet. 
Die Niederlage von Kupfervitriol befindet sich wie 
bisher bei Herrn Adolf Real, Vaduz. 
Zur Erzielung eines günstigen Erfolges ist es sehr 
wichtig, dass bei Vornahme der Bespritzung die 
Rebenblätter möglichst trocken sind und ein naher 
Regen nicht in Aussicht steht. 
Hinsichtlich der Wiederholung der Bespritzungen 
ist zu bemerken, dass eine einzige, zur rechten Zeit 
und genau durchgeführte Bespritzung mehr nützt, 
als viele mangelhaft gemachte. Um jedoch eine mög- 
lichst sichere Wirkung zu erzielen, werden 2-malige 
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Bespritzungen empfohlen, die erste vor der Trauben- 
blüte, die zweite zwei bis vier Wochen nach derselben. 
Die Bekämpfung der Blattkrankheit der Reben 
liegt im allgemeinen Interesse des hierländischen 
Rebbaues und ist unbedingt notwendig, wenn man 
ein reifes Produkt erzielen will. 
Wer die Bekämpfung dieser Krankheit gar nicht 
oder nur mangelhaft betreibt, straft sich selbst, indem 
er nur einen geringwertigen Wein erhält, und kann 
auch dem guten Rufe ganzer Weinberglagen scha- 
den, wenn er sein geringes Produkt nach auswärts ver- 
kauft. 
Die Einführung der obligatorischen Rebenbesprit- 
zung war deshalb vollständig gerechtfertigt sowohl 
wie die Verordnung über den Beginn der Weinlese, 
welche von dem sachverständigen Beschlusse der 
betreffenden Lokalkommission hängig ist. 
Nach Ansicht des Ausschusses des landwirtschaft- 
lichen Vereins ist es dringend wünschenswert, dass 
die Gemeindevorstehungen auf strenge Durchfüh- 
rung der Regierungsverordnung über die Einfüh- 
rung der obligatorischen Rebenbespritzung sehen.*“ 
12. Juni 1901 
Kundmachung 
Da die Wahrnehmung gemacht wurde, dass die mit 
Regierungs-Verordnung vom 3. Mai 1893, L.-Gbl. Nr. 
1 vorgeschriebene Bespritzung der Reben in allen 
Gemeinden, mit Ausnahme von Vaduz, nur mangel- 
haft betrieben wird, werden die Ortsvorstände hiemit 
zufolge Anregung des liechtenst. landwirtschaftlichen 
Vereins aufgefordert, für die genaue Durchführung 
sämtlicher Bestimmungen dieser Verordnung um so 
gewisser zu sorgen, als sie für diesfällige Saumsal per- 
sönlich verantwortlich gemacht würden. 
Fürstliche Regierung. v. In der Maur m./p.” 
12. Juli 1901 
Vaduz. Falscher Mehltau 
Bekanntlich hat der liechtensteinische landwirtschaft- 
liche Verein vor einiger Zeit die fürstliche Regierung 
darauf aufmerksam gemacht, dass die vorgeschrie- 
  
 
	        

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