Volltext: Europäischer Wirtschafts-Raum

     
   
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
    
   
    
  
  
  
  
  
  
    
   
    
  
  
  
  
  
  
  
    
  
   
    
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Liechtenstein — Ein Kleinstaat im Herzen Europas 
Erste offizielle Informationen in Liechtenstein seit der Abstimmung 
Die Zielsetzung der derzeitigen Experten-Gespräche bestehe einerseits in einer Pro- 
blemanalyse und andererseits in der Suche nach Modellen, die es dem Fürstentum 
Liechtenstein ermöglichen sollten, unter Beibehaltung offener Grenzen zu der Schweiz 
dem EWR beizutreten, führte Regierungschef Hans Brunhart anlässlich einer Pressekon- 
ferenz am 4.3.1993 aus. Vor allem die Frage des Warenverkehrs sei bisher im Rahmen 
der exploratorischen Gespráche im Vordergrund gestanden, erklàárte im weiteren Dr. 
Benno Beck. Man müsse nun erstmals herausfinden, wo konkret Probleme zu lósen 
sind. Der Verlauf der bisherigen Gespräche stimme einem zuversichtlich, meinte Hans 
Brunhart. In Anbetracht all dieser äusserst optimistischen Aussagen darf man wohl ge- 
spannt sein, auf welche Art und Weise die liechtensteinische Delegation den "abgeàn- 
derten" Zollvertrag den restlichen 17 EWR-Staaten schmackhaft machen wird. Eines ist 
jedoch heut schon klar, bereits die kleinste "undichte Stelle" im Warenverkehr zwischen 
der Schweiz und Liechtenstein würde einzelne Staaten, wie z.B. Spanien, Portugal etc. 
veranlassen, die Inkraftsetzung des "neuen" Zollvertrages zu verhindern. 
  
R.H. Strahm: Katastrophen-Prognosen für die Schweiz nicht eingetreten 
Wenn man die derzeit aktuellen Wirtschaftsdaten mit den Prognosen vergleicht, welche 
vor ein bis zwei Jahren für die Zeit nach einem schweizerischen EWR-Nein erstellt wor- 
den sind, dann muss man feststellen, dass diese bisher nicht einmal ansatzmässig einge- 
troffen sind. Selbst zum heutigen Zeitpunkt prognostizieren gewisse Leute das "Schwar- 
ze" vom Himmel. Auch wenn die Trefferquote verschwindend klein ist, die Hauptsache 
ist doch, die Kassen klingeln ! Nationalrat R.H. Strahm stellt diesbezüglich fest, dass 
die an den Hochschulen ausgebildeten Okonomen immer dreister werden, mit ihren 
Voraussagen, aber auch immer realitátsfremder. Als Beispiel für diese "Schwarzmale- 
rei" führt Hr. Strahm an, dass man einen Anstieg der Zinsen um 196 angesagt habe, tat- 
sáchlich sei jedoch eine nicht unerhebliche Senkung der Sätze von über 30% eingetre- 
ten. Falsche Prognosen sind im übrigen auch sehr kostspielig. 
  
Brüssel warnt die Schweiz vor Illusionen 
"Die EG sitzt am längeren Hebel !", das hórt man oft, leider viel zu oft. Diese angebli- 
che Machtkonzentration ist es gerade, was auch innerhalb der EG immer mehr zu Diffe- 
renzen führt. "Wir hóren uns alle Wünsche an, wollen uns aber noch nicht festlegen", 
konnte man kürzlich von der EG-Kommission vernehmen. Dass der neue EG-Aussen- 
kommissar Hans van den Broek sich in den Fussstapfen seines Vorgàángers bewegt, 
konnte man Anfang Februar feststellen, denn der dámpfte bereits damals schon die Er- 
wartungen in Bezug auf bilaterale Vereinbarungen. Verfrühten Optimismus verbreitet 
dieser Aussenkommissar mit Bestimmtheit nicht. Am 5.2.1993 hat die Schweizer Dele- 
gation ihre Vorstellungen im gemischten Ausschuss EG/Schweiz dargelegt. Der Verkehr, 
Handelsvereinfachungen für den Warenaustausch sowie die Forschung sind so die 
Schwerpunkte der Eidgenossenschaft. Gemäss einem EG-Diplomaten wird die EG 
voraussichtlich Ende Juni/Anfang Juli 1993 zu diesen Anfragen Stellung beziehen. 
Zwischenzeitlich wurde von Seiten der EG bereits auch schon die Einsetzung zweier 
Arbeitsgruppen zur Anpassung des Freihandelsabkommens von 1972 akzeptiert. Was im 
Vorfeld der liechtensteinischen EWR-Abstimmung von verschiedener Seite vehement be- 
stritten wurde, wird nun also doch Wirklichkeit. Die EG baut das für die Schweiz (und 
  
 
	        

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