Volltext: Historiographie im Fürstentum Liechtenstein

   
    
Hoop-Vogt-Frommelt-Hasler aus, neue Männer sollten das Land und die 
  
Beziehungen zu den Siegermächten gestalten. 
Eine Feststellung zum Schluss: Das tönt alles so sachlich. Doch die während 
meines Forschens mit eingefangene Zeitstimmung der Menschen war auch in 
Liechtenstein eine dramatische, von existentieller Angst und Hintergründigkeit 
angespannte. Nichts bringt dies so deutlich und bildstark zum Ausdruck wie die 
mitten im Krieg in der Pfarrkirche zu Triesen gemalte Holzdecke, die später und 
bis heute nicht mehr recht verstanden wurde: Dort hat Johannes Hugentobler im 
Jahr1943 — Stalingrad und die Kamine: von Auschwitz rauchten — mit grellen 
Farben und grotesken Figuren den Kampf der Engel gegen die sieben Haupt- 
sünden — Hoffart, Trágheit im Guten, Wollust, Geiz, Neid, Unmássigkeit, Zorn — 
hingesetzt, als Erklárung für den Krieg und den schrecklichen Zustand der Welt. 
So verstand man auch im kleinen Liechtenstein jene Epoche, und daher rührt das 
Tabu, und weil die kleine Gesellschaft gleich Namen und Gesichter hat, konnte 
das Tabu auch so lange halten und seine magische Wirkung entfalten. 
Quellen und Literatur (Auswahl) 
Archive: 
Liechtensteinisches Landesarchiv, Vaduz. 
Hausarchiv des regierenden Fürsten von Liechtenstein, Schloss Vaduz. 
Schweizerisches Bundesarchiv, Bern. 
Deutsches Bundesarchiv, Koblenz. 
Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes, Bonn. 
Berlin Document Center. 
Geheimes Staatsarchiv Preussischer Kulturbesitz, Berlin. 
Österreichisches Staatsarchiv, Archiv der Republik, Wien. 
Diverse Materialien von Privatpersonen. 
Liechtensteinisches Landesgesetzblatt. 
Rechenschaftsbericht der Regierung des Fürstentums Liechtenstein (jährlich 
seit 1922). 
Liechtensteiner Nachrichten (bis 1935). 
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