Volltext: Historiographie im Fürstentum Liechtenstein

VERONIKA MARXER 
Historische Frauenforschung in Liechtenstein 
Die historische Frauenforschung in Liechtenstein ist jungen Datums und 
beschränkt sich auf wenige Untersuchungen. Ich will diese gleich nennen: 
1984 verfasste Julia Giger eine Proseminararbeit an der Universität Freiburg 
mit dem Titel: Ein langer Weg. Das Frauenstimmrecht im Fürstentum Liech- 
tenstein. 1988 folgte die Lizentiatsarbeit von Claudia Heeb-Fleck: Frauenar- 
beit in Liechtenstein in der Zwischenkriegszeit 1924—1939. 1992 legte Danie- 
la Herovitsch eine Diplomarbeit im Fachbereich Politikwissenschaft an der 
Universität Salzburg vor. Sie trägt den Titel: Die Veränderung der politischen 
Situation der Frau im Fürstentum Liechtenstein seit Einführung des Frauen- 
stimmrechts im Jahre 1984. 
Im Jahre 1993 errichtete die Dokumentationsstelle für die Geschichte der 
Frauen in der Ostschweiz und im Fürstentum Liechtenstein, St. Gallen, eine 
Dokumentensammlung zu den Bereichen: Frauenpersönlichkeiten, Vereine/ 
Organisationen und zu Themen wie Arbeit, Bildung, Justiz etc. Die Samm- 
lung umfasst drei Ordner. Zusätzlich wurde eine systematische Bibliographie 
aller gedruckter Dokumente erstellt, die Aufschluss über die Geschichte der 
Frauen in Liechtenstein im 19. und 20. Jahrhundert geben (ab ca. 1860). Die 
Bibliographie führt ca. 180 Titel auf, die mit Kommentaren versehen sind. 
Die jüngste Publikation zur Situation der Frauen in Liechtenstein erschien 
letztes Jahr anlässlich des Jubiläums «10 Jahre Frauenstimmrecht». Heraus- 
geberinnen sind Christel Hilti und meine Person. Die Publikation folgt einem 
interdisziplinären Ansatz mit engem Bezug zur politischen Praxis. Die Inven- 
tur zur Situation der Frauen in Liechtenstein, so der Titel, umfasst neun Sach- 
bereiche, die von 20 Autorinnen bearbeitet wurden. Die Themenbereiche 
behandeln: Lebensformen, Ausbildung, Arbeit, Ausländerinnen, Soziale Si- 
cherheit, Recht, Gewalt gegen Frauen, Öffentlichkeit und Politik mit Schwer- 
gewicht auf dem 20. Jahrhundert. Den Artikeln liegt ein einheitlicher Raster 
zugrunde, der eine Rückschau, die Analyse der heutigen Situation und die 
Diskussion von Perspektiven mit dem Ziel der Gleichstellung von Frau und 
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