Volltext: Historiographie im Fürstentum Liechtenstein

  
Die bereits erwähnten 2000 Gulden «hauptguet» oder «capital» werden erst- 
mals in einem Revers Alwigs IX. aus dem Jahr 1562 erwähnt. Ausbezahlt vom 
Hub- und Zollamt in Feldkirch, oblag ihre Einhebung ebenfalls dem Landvogt 
von Vaduz. 1581 richtete Erzherzog Ferdinand einen Brief an Iuvenalis Kreder, 
in welchem die Abzahlung der jährlichen 2000 Gulden durch eine andere 
Stelle angekündigt wurde. Spätere Quittungen über den Erhalt der Summe 
vom Hub- und Zollamt lassen jedoch auf ein Beibehalten der alten Vorgehens- 
weise schliessen. 
In den Aufstellungen der ausständigen Verzinsungen des Hauses Österreich an 
die Grafen von Sulz aus den 20er Jahren des 17. Jahrhunderts werden die 
Öffnungsgelder der Schlösser Küssenberg und Vaduz, letzteres allerdings nur 
bis 1612, ungefähr ab dem Jahr 1591 als ausständig angeführt. Unter der 
Bezeichnung «Vaduzisches Verzaichnus» werden weiters die ausständigen 
Zinsen des Hauptgutes in der Höhe von 100 Gulden jährlich angeführt. Im 
Rahmen dieser Abrechnungen finden sich auch Schuldenstände der Familie 
Sulz an die «Kernischen Erben» in der Herrschaft Vaduz. 
Durch die Einhebung der verschiedenen Gelder wurde Vogt Iuvenalis Kreder 
auch in die Streitigkeiten der Vormünder der unmündigen Kinder Alwigs, die 
Grafen Georg von Helfenstein und Heinrich von Fürstenberg mit Graf Philipp 
von Hanau hineingezogen, der die 2000 Gulden Hauptgut und 100 Gulden 
Zins des Hub- und Zollamtes Feldkirch für seinen Sohn Jacob beanspruchte. 
Iuvenalis Kreder übertrug Malachias von Ramingen, «der Rechten Doctori», 
die Vertretung in dieser Sache. 
Von besonderem Interesse, aber leider nur in einigen wenigen Dokumenten 
vertreten sind die Verhandlungen der Grafen von Sulz mit dem Haus Öster- 
reich über einen Verkauf der Herrschaften Vaduz und Schellenberg, die in den 
Jahren 1608/09 aufgenommen wurden. Aufgrund eines Vertrages aus dem 
Jahr 1517 hatte das Haus Österreich das Vorkaufsrecht auf die Herrschaften 
vor dem Arlberg.? Zu den beiden anderen Interessenten, Abt Bernhard II. von 
St. Gallen und Graf Kaspar von Hohenems, dem späteren Käufer, finden sich 
keine Dokumente überliefert. Mit dem Verkauf der Herrschaften an die Gra- 
fen von Hohenems 1613 war die knapp 100jährige Herrschaft der Grafen von 
Sulz im Gebiet des heutigen Fürstentums Liechtenstein beendet. 
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