Volltext: Historiographie im Fürstentum Liechtenstein

Den grössten Teil Liechtenstein betreffender Bestände bilden die auf die 
Einhebung des Zinses (oder Pension), Hauptgeldes und des «óffnung gelts» 
des Schlosses Vaduz bezugnehmenden Schriftstücke. 
Erstmals die Rede von diesem «óffnung gelt» ist in einer Urkunde Graf 
Rudolphs V. aus dem Jahr 1517, in welcher dieser neben einer Forderung auf 
Entschádigung für die ihm im Schweizerkrieg zugefügten Scháden seinen 
Anspruch auf 200 Gulden Offnungsgeld, «so von weylennd herrn Ludwigen 
Freyherr von Branndiss erblich an mich komen ist», erhebt. Würde ihm dieser 
bewilligt, so wolle weder er noch seine Nachkommen weitere Forderungen 
stellen, sollten selbst Dokumente aufgefunden werden, die solche Rechte 
schriftlich fixierten. 
Anlásslich der Ernennung Graf Rudolphs zum «geheimen Rat» (Urkunde 
Nr. 25 vom 1. 5. 1523) durch Ferdinand von Ósterreich im Jahr 1523 wurde 
auch ein im Dorsualvermerk so genannter «óffnung brief» für die Schlósser 
Küssenberg (Küssaburg in Baden Württemberg, seit dem 13. Jahrhundert im 
Besitz der Grafen von Sulz, Ruine seit dem 30jáhrigen Krieg) und Vaduz 
ausgestellt (d. i. der auch im Innsbrucker Bestand erhaltene Schutz- und 
Schirmbrief), in welchem die Zahlungen des Hauses Österreich an die Grafen 
von Sulz erneut festgelegt wurden. Für die Öffnung der Burgen sollte der Graf 
jährlich 200 Gulden erhalten, die ihm von der tirolischen Kammer zu bezah- 
len waren. Zusätzlich zu dieser jährlichen Summe bewilligte Erzherzog Ferdi- 
nand Graf Rudolph eine einmalige Zahlung, die zum Ausbau und zur Bewaff- 
nung der beiden Schlösser dienen sollte.* Einer Abrechnung über ausständige 
Zahlungen beim Tod Rudolphs V. folgen zwei Quittungen Hans Ludwigs und 
Margarethes von Sulz, die beide die Einnahme des Öffnungsgeldes der Schlösser 
Küssenberg und Vaduz bestätigen. 
Mit der Einhebung dieses Öffnungsgeldes, das vom Salzmeister in Hall in Tirol 
bezahlt wurde und auf 400 Gulden jährlich anstieg, war ab den 40er Jahren der 
Landvogt von Vaduz betraut. Die Quittungen der Vögte Franz Landtmann, 
Iuvenalis Kreder und Philibert Rignolt von Prosswalden sind sporadisch ab 
1547 und relativ geschlossen für die 70er und 80er Jahre vorhanden und stellen 
zusammen mit dazugehórigen Begleitschreiben den Grossteil der Liechtenstein- 
Dokumente. Zusammen mit diesem Betrag wurden die 125 Gulden Pension oder 
Zinsgeld eingehoben, die ab 1581 zwar nicht mehr vom Pfannhausamt Hall, 
sondern von der tirolischen Landschaft bzw. deren Steuereinnehmer bezahlt 
wurden, aber auch weiterhin vom Landvogt eingehoben wurden. 
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