Volltext: Vaduzer Wasser

  
  
tierten Mehrkosten von rund 9000 Kronen. Nur wenig 
geringer wäre der Mehraufwand ausgefallen, wenn 
das Reservoir auf der Quadretscha errichtet und als 
Löschwasserreserve eine Druckleitung von der Fabrik 
zum Roten Haus geführt worden wäre. Bei dieser letz- 
ten Variante hätte zudem der erforderliche Druckaus- 
gleich zusätzliche technische Probleme aufgeworfen. 
Carl Schädler, der Wortführer des Komitees, bean- 
tragte die Ausführung des Projekts Kürsteiner. Es soll- 
te allerdings zunächst nur die Quellfassung in der 
Quadretscha erstellt werden. Über die Lage des Reser- 
voirs und die Zahl der öffentlichen Brunnen sollte 
erst nach erfolgter Quellfassung entschieden werden. 
Der Vorsteher erhielt den Auftrag, um die Baukonzes- 
sion für die Quellfassung auf den Grundstücken der 
fürstlichen Domäne nachzusuchen und ein Gesuch 
um finanzielle Unterstützung an den Fürsten einzu- 
reichen. Der Antrag Schädlers wurde mit 14 gegen 4 
Stimmen angenommen und sogleich ein vierköpfiges 
Baukomitee gewählt. 
Es wurde damit gerechnet, die Gesamtkosten von 
85’000 Kronen innert 45 Jahren zu amortisieren. Die 
jährliche Quote von rund 3800 Kronen sollte wie folgt 
aufgebracht werden: 
80 Hausbrunnen ä 10 Kronen 800 Kronen 
170 Haushaltungen, 
Umlage ä 10 Kronen 1700 Kronen 
500 Kronen 
780 Kronen 
3780 Kronen 
500 Stück Vieh, Umlage à 1 Krone 
Steuern 
  
Total 
  
Baugesuch und öffentliche Verlautbarung 
Am 14. März 1906 reichte der Gemeindevorsteher das 
Baugesuch für die Quellfassungen ein. Diese Arbeiten 
sollten vorausgehen, weil erst danach, je nach Tiefen- 
lage der zu fassenden Quellen, der Standort des 
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Reservoirs bestimmt und in die Pläne eingezeichnet 
werden könnte. Die Regierung gewährte vorerst keine 
Baubewilligung. Sie ordnete eine Begehung des 
Quellgebiets an und forderte die Gemeinde auf, ihr 
Bauvorhaben öffentlich zu verlautbaren. Allfällige 
Einsprachen gegen die geplante Anlage sollten binnen 
14 Tagen bei der Regierung eingereicht werden. 
Einsprachen und Beschwerden gefährden das Projekt 
Kaum war die öffentliche Kundmachung erfolgt, traf 
eine Beschwerde nach der anderen ein: 
Neun “Brunnengenossen im oberen Altenbach” 
sahen ihren Brunnen in seiner Existenz bedroht. Ihre 
tiefer liegenden Quellen kônnten abgeschnitten und 
ihr Brunnen “geschwächt oder gar trockengelegt” wer- 
den. Ihre Brunnengenossenschaft hätte die Quellen 
“seit unvordenklicher Zeit” genutzt. Die Brunnenge- 
nossenschaften seien von der Gemeinde stets aner- 
kannt und auch unterstützt worden. Die Hauptkosten 
hätten sie aber immer selbst getragen. Sie seien nicht 
grundsätzlich gegen eine neue Wasserversorgung. Ein 
so grosser Kostenaufwand aber verstosse beim gegen- 
wärtigen Stand der Gemeindefinanzen gegen das Ge- 
meinwohl. Ihrer Genossenschaft dürfe jedenfalls keine 
Mehrbelastung aus der geplanten Wasserversorgung 
erwachsen, wenn diese von ihnen nicht gebraucht 
würde. 
Eine weitere Einsprache war unterzeichnet von 19 
Hausbesitzern aus dem oberen und unteren Altabach. 
Sie richtete sich gegen das im steilen, rutschgefährdeten 
Berghang der Quadretscha geplante Wasserreservoir. 
Die Löwenwirtin befürchtete eine Beeinträchtigung 
ihres Wasserrechts an der Brunnenleitung Quadretscha- 
Löwen und verlangte eine gebührende Ablösung re- 
spektive Entschädigung, sofern sie zu “Leistungen 
irgendwelcher Art” für die neue Wasserversorgung 
herangezogen würde. 
  
 
	        

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