Volltext: Posterweiterung und Rathaus-Neubau Ruggell

Einblick in die neue Schalterhalle. 
Das neue Postbüro während den 
Umbauarbeiten im Altbau. 
  
  
  
Aus der Postgeschichte . . . 
Die für frühere Verkehrsverháltnisse recht abgelegene Gemeinde Ruggell wurde ur- 
sprünglich durch einen Brieftráger von Eschen einmal täglich per Fahrrad mit Post ver- 
sorgt. Am 1. Januar 1926 entstand im Heiligkreuz 59 die erste Postablage, welche täg- 
lich zwei Stunden geöffnet war. Ablagehalter Martin Hasler erhielt für diese Dienstlei- 
stung eine Entschädigung von Fr. 180.—, zuzüglich Fr. 200.— als Lokalentschädigung, 
pro Jahr versteht sich. Im November des gleichen Jahres erhielt die Ablage Ruggell 
auch die Zustellung, so dass der Posthalter fortan besser entlöhnt werden konnte. Die 
Postsachen wurden vom Posthalter täglich um 05.45 Uhr in Bendern am Autokurs mit 
dem Fahrrad abgeholt. Durch einen zweiten Botengang kamen die Ruggeller ab 1. Ju- 
li 1927 zu einer zweimal täglichen Postbedienung. 
Obwohl das bisherige Postlokal günstig gelegen war und den Bedürfnissen noch voll- 
auf genügte, stimmte die Postverwaltung in St. Gallen im Frühjahr 1927 einem Post- 
neubau an der Kirchstrasse 111 zu. Leider überschwemmte ein Hochwasser des Rhei- 
nes im September weite Landstriche; auch das Postbüro musste bis Mitte Januar 1928 
geschlossen werden. Da auch verschiedene Baupläne verloren gingen, erfuhr der Neu- 
baubezug eine erhebliche Verzögerung. Gleichzeitig mit der Eröffnung der neuen Post 
am 17. Dezember 1928 konnte die Postzufuhr verbessert werden, indem die Morgen- 
post direkt bei der Station Haag, nach Fertigstellung der Rheinbrücke ab 1. August 
1929 in Salez, abgeholt werden konnte. 
Erwähnenswert bleibt, dass das Postbüro Ruggell bis 1936 kein Telefon sein eigen 
nennen konnte! Für dringende Mitteilungen mussten die nächstgelegenen Telefon- 
Abonnenten bemüht werden, welche für jede überbrachte Mitteilung aus der Post- 
kasse 30 Rp. vergütet bekamen. Seit 5. Mai 1946 verkehrt nach Ruggell ein Autokurs, 
dem auch die Postbeförderung übertragen wurde, so dass das Personal von den im 
Winter oft beschwerlichen Gängen an die Bahnstation entlastet werden konnte. 
Der wirtschaftliche Aufschwung in der Nachkriegszeit bewirkte eine rasante Entwick- 
lung, so dass die Posträume bald zu klein wurden; bereits 1964 fanden die ersten 
Kontakte zwischen den PTT und der Fürstlichen Regierung für einen landeseigenen 
Post-Neubau statt. Noch bevor der Spatenstich für das neue Posthaus erfolgte, muss- 
te sich Posthalterin Ida Hasler, welche das Amt nach dessen Hinschied von ihrem Mann 
übernommen hatte, aus gesundheitlichen Gründen aus dem Arbeitsleben zurückzie- 
hen. Bis zum Bezug des neuen Posthauses im Oktober 1970 musste deshalb das Post- 
büro in einem Provisorium im Haus Walch untergebracht werden; seit August 1969 
führt der heutige Posthalter Georg Biedermann die Postgeschäfte in Ruggell. 
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