Volltext: Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein

Dumesnil (Bd. 8 [1850], S. 25, Nr. 17) katalogisiert. Beide sind in Beguin und Pressouyre (1972, S. 
137, Abb. 198-199) zusammen mit mehreren Zeichnungen abgebildet. Bei mindestens einer dieser 
Zeichnungen scheint es sich um eine Kopie eines verlorengegangenen Originals von Il Rosso zu 
handeln. 
Obwohl keiner der Drucke bislang genau datiert werden konnte, so kopierte Courteys doch aller 
Wahrscheinlichkeit nach den ersten Druck. Er nahm einige unbedeutende Änderungen vor - wie bei 
den anderen Emailtafeln -, der kleine Junge mit dem Hund in der Liechtensteiner Tafel scheint jedoch 
absichtlich vom Kopf eines Flüchtlingszugs in Il Rossos Version zum Fuß der Äneas-Anchises- 
Gruppe verschoben worden zu sein, um anzudeuten, daß es sich um den jungen Askanius handelt. 
Mindestens ein weiterer Emailkünstler aus Limoges, Pierre Reymond, gebrauchte dieses Bild als Teil 
eines Zyklus des Trojanischen Krieges. Es erscheint auf der bereits in Kat. 56 erwähnten emaillierten 
Schatulle in der ehemaligen Charles-Mannheim-Sammlung (Molinier 1898, S. 49, Nr. 179, Abb. 
179). Laut Beguin und Pressouyre gibt es eine dritte Limoger Emailversion des Themas im Musee 
Municipal in Limoges (1972, S. 134). 
Die Rückseite der Liechtensteiner Tafel, mit transparentem Gegenemail überzogen, trägt ein Etikett 
mit der Aufschrift: N": 216 Tablau Appertinent au Prince Joseph Wenceslau de Lichtenstein. 
Clare Vincent 
LITERATUR: Leber 1856, Bd. 1, S. 174; Falke 1882, Bd. 3, S. 168; Kat. 1931, S. XVI, Luzern 1948, S. 68, Nr. 282; 
Wilhelm 1976, S. 121. 
Angelica Kauffmann 
Schweiz, 1741-1807 
FERDINAND IV, KÖNIG VON NEAPEL, MIT SEINER FAMILIE 
Öl auf Leinwand; 71 x 99 cm 
Signiert (auf Steinstufe links): A.K. pinx. 
Liechtenstein Inv. Nr. 2070 
Kauffmann, "eine Tirolerin mit einer italienischen Ausbildung und einer fröhlichen und gewinnenden 
Persönlichkeit" (Waterhouse 1962, S. 185), malte dieses einnehmende Gruppenporträt in 
Vorbereitung der viel größeren Version (310 x 426 cm), die sich gegenwärtig im Museo di 
Capodimonte in Neapel befindet. Sowohl das modello als auch die endgültige Fassung wurden in 
Rom im Jahre 1783 ausgeführt. 
Obwohl Frauen, da sie nicht am Zeichenunterricht, in dem Modell gestanden wurde, teilnehmen 
durften, selten danach strebten, Historienmaler zu werden, hatte Angelica Kauffmann sich dies 
trotzdem zum Ziel gesetzt, als sie im Jahre 1763 zum ersten Mal nach Rom ging. Von 1766 bis 1781 
arbeitete sie sehr erfolgreich in London. Sie war Gründungsmitglied der Royal Academy und eine 
Freundin des Vorsitzenden, Sir Joshua Reynolds. Die wenigen Porträts, die Kauffmann in London 
malte, sind nicht so eindrucksvoll wie ihre dekorativen Figurenkompositionen, und, in kleinerem 
Maße, ihre mythologischen und historischen Themen. 
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