Volltext: Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein

Philipp Heinrich Müller 
Deutschland, 1650/1654-1718/1719 
MEDAILLE DES FURSTEN JOHANN ADAM ANDREAS VON 
LIECHTENSTEIN (1657-1712) 
Gold, Durchmesser 7,2 cm 
Vorderseite: JOANNES AD[AM] D [EI] GIRATIA] DVX OPPA [AVIAE] ET CAR[NOVIAE] PRINC[EPS] ET 
GVBER[NATOR] DOMVS DE LICHTENSTEIN * 
(Johann Adam, durch die Gnade Gottes, Herzog von Troppau und Jägerndorf und Fürst und 
Regent des Hauses Liechtenstein.) Die Vorderseite enthält das Profilbildnis des Fürsten, mit langer 
Perücke, in zeitgenössischer Rüstung, auf deren Schulter eine Kampfszene dargestellt ist; darüber 
ein Spitzenjabot und die Halskette des Ordens vom Goldenen Vlies. 
Signiert und datiert (unten Mitte): P.H. Muller, 1694. 
Rückseite: DOMINVS ILLUMINATIO MEA (Der Herr ist mein Licht). Ein achtzackiger Stern scheint 
auf einen Felsen, der aus einem stürmischen Meer herausragt. 
Liechtenstein Inv. Nr. M.133 
Diese Münze gedenkt des zehnten Jahrestags von Johann Adams Übernahme der Herrschaft des 
Hauses Liechtenstein im Jahre 1684 und würdigt nebenbei ebenfalls seine Aufnahme in den Orden 
des Goldenen Vlieses im Jahre 1693. Trotz des Eindrucks soldatischer Tapferkeit, den seine 
Paraderüstung vermittelt, gründete sein Ruf nicht auf militärischen Erfolgen (die unbedeutend 
waren), sondern auf seiner sehr erfolgreichen Führung der finanziellen Angelegenheiten der Familie. 
Wie aus der Legende hervorgeht, stammt die Medaille noch aus der Zeit vor dem Erwerb der 
Territorien Vaduz und Schellenberg in den Jahren 1699 beziehungsweise 1712. 
Die winzige Szene auf der Rüstung stellt eine Schlacht im kurz zuvor beendeten Krieg gegen die 
einfallenden Türken dar. Bei den Armeen handelt es sich eindeutig um die österreichischen Truppen 
und das ottomanische Heer. Solche Darstellungen kamen zu der Zeit überaus häufig und in 
vielfältiger Form vor (München 1976; Wien 1983). Die spezifische Quelle dieser Kampfszene ist 
bislang nicht identifiziert worden. Eine solche Szene wäre normalerweise auf der Rückseite der 
Medaille dargestellt worden, wo sie die ganze Fläche hätte einnehmen können. Auf der Rückseite 
dieser Medaille jedoch ist das Motto aus Psalm 27 durch ein Emblem dargestellt, das einen Rebus auf 
den Familiennamen bildet: ein Licht scheint auf einen Stein. Das Emblem geht zurück auf die 
Medaillen Karl I., der als erstes Mitglied der Familie das Privileg erhielt, eigene Münzen zu prägen. 
Ein solches Muster für die Rückseite einer Medaille zu verwenden, erinnert an zeitgenössische 
italienische Gewohnheiten, ist jedoch nicht charakteristisch für Müllers Arbeit. Das Porträt auf der 
Vorderseite hingegen ist repräsentativ für seine Arbeitsweise. Müller entwarf die Prägestempel für 
Münzen und Medaillen für mehrere Staaten, Städte, Fürstentümer und kirchliche Einrichtungen, die 
die Erlaubnis besaßen, Münzen zu prägen. Sein anfangs ziemlich steifer Stil wird später flüssiger und 
eleganter. Das Porträt von Johann Adam markiert einen Wendepunkt in Müllers Karriere. Die steifen 
und trocken skizzierten Details von Perücke, Jabot und Rüstung werden nicht von der weichen 
Bewegung der Draperie, die er später für seine französisierten Medaillen übernehmen würde, 
aufgelockert. Auch wenn Müller das Motiv des gebieterisch nach vorn erhobenenen Arms 
gelegentlich benutzte, so handelt es sich dennoch nicht um eine der konventionellen Gesten in der 
Medaillen-Porträtkunst der Epoche. 
ZU 
4R
	        

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