Volltext: Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein

Das vorliegende Bild stammt aus der Sammlung des Grafen Anton Gundacker Starhemberg und 
wurde 1808 von Fürst Johannes I. erworben. 
Walter Liedtke 
LITERATUR: Kat. 1873, Nr. 1153; Kat. 1885, Nr. 823; Wurzbach 1906-1911, Bd. 1, S. 562; Kat. 1931, Nr. 823: 
Luzern 1948, Nr. 108; Kat. 1967, S. 15; Baumstark 1980, Nr. 78. 
C2 
Jan Fyt 
Flandern, 1611-1661 
JAGDBEUTE, VON HUNDEN BEWACHT 
Öl auf Leinwand; 120 x 171 cm 
Signiert (unten Mitte): Joannes FYT / 1659 
Liechtenstein Inv. Nr. 993 
Dies ist ein spätes und großartiges Beispiel für die Art von Bildern, für deren Aufkommen in 
Flandern Fyt verantwortlich ist. Seine Schüler, wie beispielsweise Peter Boel, und verschiedene 
Nachfolger machten das Jagdstück auch in den Niederlanden und Frankreich populär. Bilder wie 
dieses könnte man im weiteren Sinne als Jagdtrophäen bezeichnen. Gewöhnlich dienten sie als 
Dekoration für die Gesellschaftsräume der Landsitze; sie spiegeln die Bedeutung der Jagd als 
aristokratischer Freizeitbeschäftigung wider. Dieses Bild hing einst in Schloß Eisgrub, einem 
Liechtensteinischen Besitz in Mähren. 
Fyt, Sohn eines reichen Antwerpener Kaufmanns, war ein Schüler Frans Snyders, der den frühen Stil 
des jungen Malers prägte und auch seine spätere Spezialisierung auf das Stilleben bestimmte. 
Nachdem er im dritten Jahrzehnt des siebzehnten Jahrhunderts Paris, Venedig und möglicherweise 
Rom besucht hatte, ließ sich Fyt wieder in seiner Heimatstadt nieder und führte ein fleißiges und 
erfolgreiches Leben. Die Feinheit seines Stils in späteren Jahren, wodurch der Textur und dem Licht 
größere Aufmerksamkeit zukam, im Gegensatz zum Stil Frans Snyders, wurde zum Teil von 
holländischen Malern des Stillebens beeinflußt, insbesondere von Jan Davidsz. de Heem (Kat. Nr. 
90). 
Bereits 1941 malte Fyt Hunde, die neben totem Wild ausruhen, zu einer Zeit also, als das Thema, 
obwohl von Snyders bereits vorweggenommen, doch eine gewisse Innovation darstellte. Die meisten 
früheren Jagdstücke betonen eher den Gedanken der gastronomischen Befriedigung als den der J agd. 
In diesem Licht gesehen erscheinen Fyts Trophäenbilder als ruhiger Zweig der Jagdszenen, die von 
Quellen in mittelalterlichen Handschriften und Wandteppichen bis zu den tumultartigen Jagden von 
Rubens überliefert sind (Voss 1961). 
Hunde spielen eine wichtige Rolle in Fyts Jagdstücken. Ihre Wachsamkeit und die Jagdausrüstung 
lassen die Nähe ihres Herrn - der möglicherweise mit dem Auftraggeber identisch ist - vermuten. 
Häufig kombinierte Fyt Einzel- oder Familienporträts mit großen Jagdstilleben (z. B: Der Jäger, 
Cummer Gallery of Art, Jacksonville, Florida). Das Gewehr mit dem langen Lauf und das erlegte 
kleinere Wild deuten auf eine ausgezeichnete Treffsicherheit hin. Die fachmännische Ausrüstung - ein 
aufgerolltes Netz, ein Käfig für einen Köder und die Jagdtasche - könnten den modernen Betrachter 
daran erinnern, daß die Jagd eine praktische Notwendigkeit war. Seine Ausübung als Sport weist 
jedoch auf eine Verbesserung der alltäglichen Aktivitäten hin. 
& 
1926
	        

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