Volltext: Sammlungen des Fürsten von Liechtenstein

Aspekt einer bestimmten Jahreszeit, eines Elementes oder einer anderen umfassenden Kategorie 
katalogisiert ist. 
In der Tat nimmt sich Brueghels Malerei wie ein Diskurs über die Gesellschaft aus, so, wie sie sich 
an einem Tag auf dem Land zeigt. Das Hauptthema ist die Jagd - auf dem Land, im Wasser und in 
der Luft - aber es gibt auch Exkurse über das Tanzen, die Mode und das Schweinehüten. Am unteren 
rechten Rand scheint sich eine Gruppe von Stadtbewohnern über die verschiedenen Arten des 
Angelns zu unterhalten; Tobias fängt einen Fisch mit der Hand während daneben Netze ausgelegt 
werden. Die verschiedenen Teile des Bildes werden durch Begebenheiten und Gesten miteinander 
verbunden. Die nach oben gerichteten Gesichter in der Menge lenken den Blick des Betrachters zu 
den streitenden Vögeln oben im Bild, von dort senkt sich der Blick auf die Berge und wandert 
wieder ins Tal, das zum Vordergrund führt. Entfernte Dörfer entlang des Flusses deuten an, daß 
alles, was so nahe scheint, nur ein Teil der Schöpfung ist. 
Die Frage bleibt, welchen Platz Tobias und der Engel in diesem Bild einnehmen. Man könnte frühere 
flämische Landschaften, in denen diese Figuren eine wichtige Rolle spielen (beispielsweise einer der 
Tobias-Drucke von Hans Bol aus dem Jahre 1565), und andere, in denen sie nur Staffage sind, 
anführen. Brueghel malte gegen Ende des Jahrhunderts eine Reihe von Bildern, in denen biblische 
Figuren, wie Christus oder Johannes der Täufer als Prediger, inmitten einer Menschenmenge 
dargestellt sind. Wie bei seinem Vater stammt die Menschenmenge aus der eigenen Epoche. Pieter 
Brueghel benutzte diesen Sprung in der Zeit manchmal als politische Aussage, es scheint jedoch 
keine besondere Beziehung zwischen dem Buch Tobias und Jan Brueghels Ansicht über die 
Gesellschaft zu geben. Seine Botschaft, wenn es überhaupt eine gibt, ist eher die, daß spirituelle 
Ereignisse, sogar Wunder, mitten im alltäglichen Leben geschehen können. 
Walter Liedtke 
LITERATUR: Kat. 1873, Nr. 1052; Kat. 1885, Nr. 477; Wurzbach 1906-1911, Bd. 1, S. 204; Kat. 1931, Nr. 477; Stix 
und Strohmer 1938, Abb. 33; Luzern 1948, Nr. 93; Wilenski 1960, Bd. 1, S. 515; Kat. 1967, S. 10-11, Nr. 477; 
Faggin 1968, Abb. 225; Ertz 1979, S. 41-47, 81, 93, 178. 479, 565, Nr. 47; Baumstark 1980, Nr. 38; Welu 1983, 5. 35 
Nr. 6 
Cs 
Joos de Momper 
Flandern, 1564-1635 
GROSSE BERGLANDSCHAFT MIT REISENDEN 
V. 1620-1630 
Huile sur toile, 192 x 294 cm 
Liechtenstein Nr. inv. 730 
Die Herkunft dieses großartigen erhabenen Bildes läßt sich bis ins Jahr 1655, bis in die Sammlung 
des Marques de Leganes in Madrid, zurückverfolgen. Die zweite Begegnung mit diesem 
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