Volltext: Das Fürstentum Liechtenstein vor der Abstimmung über den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum

  
  
Schlüsselfragen des EWR 140 
  
3. Alternative Anpassung der Produktion an europáische Vorschriften durch die 
Unternehmen 
Nicht nur der schweizerische Gesetzgeber steht unter dem Zwang, europáisches 
Recht nachvollziehen zu müssen. Auch die schweizerischen Unternehmen, welche in 
die EU exportieren wollen, müssen sich an das fremde Recht anpassen. Die bereits 
genannte St. Galler Studie hat ergeben, dass 46 % der grenzüberschreitend tátigen 
Unternehmen im Kanton nach einer europáischen Norm bzw. Produktvorschrift 
produzieren *?. Das gilt quer über alle Branchen hinweg. 29 96 produzieren unter 
einer internationalen Norm bzw. Produktvorschrift. Häufig sind europäische Normen 
und internationale Normen inhaltlich identisch (die Reihe ISO 9000 entspricht z.B. der 
Reihe EN 2900). Die Basler Studie ergab, dass auch in der Nordwestschweiz 40 % 
der Unternehmen aus allen Branchen damit beschäftigt sind, ihre Produkte an 
europäische Normen anzupassen oder dies bereits getan haben °°". 
X. Zollvertrag 
1. Funktionsfáhigkeit des Marktüberwachungs- und -kontrollsystems 
In der politischen Óffentlichkeit des Fürstentums sind Zweifel daran geäussert worden, 
ob das vorgesehene Marktüberwachungs- und kontrollsystem in der Lage sein wird, 
Umgehungen wirksam zu verhindern 2% 
. In. diesem Zusammenhang wird ins- 
besondere auf die Schutzklausel in Art. 4 Abs. 2 und 3 der ergánzenden Vereinbarung 
zum Zollvertrag hingewiesen. Aus dieser Vorschrift ist z. T. gefolgert worden, dass auf 
seiten der Schweiz ein grundsátzliches Misstrauen mit Bezug auf die Funktions- 
tüchtigkeit des Marktüberwachungs- und -kontrollsystems bestehe. Ein solcher Schluss 
  
%0 Mgl Baudenbacher, Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen 
grenzüberschreitender Wirtschaftstátigkeit, 61. 
29 Vgl. Füeg, 97. 
262 Hilbe, 3. 
 
	        

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