Volltext: Das Fürstentum Liechtenstein vor der Abstimmung über den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum

Schlüsselfragen des EWR 93 
  
cc. Ausweitung des Geschäftsvolumens 
Die Fürstliche Regierung hat bereits vor der Abstimmung vom 13. Dezember 1992 die 
Erwartung geäussert, die Liberalisierung der Rechtsanwalts- und Treuhändertätigkeit 
werde neben einer Intensivierung des Wettbewerbs auch zu einer Ausweitung des 
Geschäftsvolumens führen '”. Die Studie von Graf/Eidenbenz/Marti betrachtet eine 
solche Entwicklung, die dazu führen würde, "dass die bisherigen Marktteilnehmer zwar 
bezüglich ihrer Wachstumsmöglichkeiten eingeschränkt werden, jedoch keine 
Einbussen erleiden", zumindest als Möglichkeit '°%. Im Blick auf die Bemühungen 
anderer EWR-Staaten, die Kapitalflucht einzudämmen oder sie wenigstens auf einem 
für sie vertretbaren Niveau zu halten, sollte freilich ein gewisses Mass nicht 
15 
überschritten werden '*°. Aus der Sicht des Staatshaushalts ist ohnedies ent- 
scheidend, dass die erforderlichen Einkünfte erbracht werden. 
dd. Kompensation allfälliger Einkommenseinbussen durch Aktivitäten im EWR- 
Raum 
Die Frage, ob man allfällige Einkommensverluste der einheimischen Akteure in 
Liechtenstein durch Geschäfte im EWR-Ausland auffangen kann, muss differenziert 
beantwortet werden '€. Soweit es um die spezifisch liechtensteinischen Erbrin- 
gungsformen von Dienstleistungen geht, bestehen Probleme. Offshore-Aktivitáten 
kónnen in den wenigsten EWR-Staaten entfaltet werden. Immerhin besteht beispiels- 
weise die Möglichkeit, auch in Luxemburg aktiv zu werden. Die Erbringung anderer 
Dienstleistungen ist im ganzen EWR möglich. 
  
57 Das Fürstentum Liechtenstein und der Europäische Wirtschaftsraum, 
Schriftenreihe der Regierung Nr. 1-1992, 13. 
158 28. 
159 Die Gefahr eines unkontrollierten Wachstums wird auch im eben zitierten 
Bericht der Fürstlichen Regierung angesprochen (13); vgl. zur Rechtslage bei 
den Besonderen Gesellschaftsteuern unten, 5. Kapitel Ill. 3. 3.6. 
160 Zutreffend Graf/Eidenbenz/Marti, 46 f. 
 
	        

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