Volltext: Bestandeskatalog

  
I 
€ 
] 
I 
\ 
i 
i 
+ 
I 
1 
I 
t 
c 
A 
c 
4 
t 
c 
t 
i 
I 
£ 
( 
I 
I 
€ 
I 
I 
$ 
kd Pend AAA FA FA 2 e 
Franz von Lenbach (1836-1904) 
  
Bildnis der Tochter Marion Lenbach, 1899 
Ôl auf Malkarton 
67,5 X 57 cm 
Bez. u. r.: F. Lenbach. 1899 
LSK 87.07 
Der 1836 als Sohn eines Baumeisters in Oberbayern geborene 
Franz von Lenbach besuchte seit 1853 die Kóniglich Bayerische 
Akademie und erhielt seit 1857 seine künstlerische Prágung in 
der Klasse von Karl Piloty, die er zusammen mit Hans Makart, 
Gabriel von Max, Franz von Defregger und anderen berühmten 
Künstlern seiner Zeit besuchte. 
Eine Reise nach Italien 1858 spiegelt sich in den Werken wie 
Der Titusbogen in Rom oder Der Hirtenknabe. Die spátere Aus- 
einandersetzung mit wichtigen Gemàlden alter Meister in Ita- 
lien führte ihn von der hellen Freilichtmalerei seiner Jugendwer- 
ke hin zum dunklen, meist tiefbraunen «Galerieton» mit Licht- 
konzentration auf wesentliche Bildteile, beim Porträt vor allem 
auf das Antlitz. 
In den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts arbeitete Franz von 
Lenbach im Atelier seines Freundes Hans Makart in Wien und 
schuf Ende dieses Jahrzehntes in Berlin erstmals ein Portrát von 
Reichskanzler Otto Fürst von Bismarck. Er wurde zum «Bis- 
marck-Maler» schlechthin und portrátierte zahlreiche berühmte 
Persónlichkeiten seiner Zeit. 1882 wurde ihm von Kónig Lud- 
wig II. von Bayern der persónliche Adelsstand verliehen. Das 
Gemilde in der Liechtensteinischen Staatlichen Kunstsamm- 
58 
lung zeigt seine Tochter Marion, die 1892 von Lenbachs erster 
Gattin Magdalena Gráfin von Moltke in München geboren 
wurde. Marion ist hier in einer Felljacke wiedergegeben, eine 
Darstellung, die im Werk des Künstlers einzigartig ist. Es gibt 
lediglich eine Photoarbeit, ehemals im Lenbach-Nachlass in 
Starnberg, die das Kind in der hier wiedergegebenen Felljacke 
zeigt. Darüber hinaus entstand im selben Jahr ein Doppelbildnis 
von Marion und Iphigenie Gysis — Tochter des Malers Nikolaus 
Gysis —, auf dem beide in Spielpose als junge Germaninnen dar- 
gestellt sind und Marion mit einer Felljacke bekleidet ist. Die 
Vorzeichnung an Haaren, Nase, Mund und Kettchen ist typisch 
für Franz von Lenbach; die Hánde dagegen sind für den Künst- 
ler fast zu genau ausgeführt, und auch die überaus exakte Signa- 
tur dürfte durch Restaurierungen oder mit Hilfe von Charlotte 
von Lenbach, seiner zweiten Frau und besten Malschülerin, 
leicht verfälscht worden sein. Die Farbigkeit allerdings ist 
typisch für Arbeiten des Künstlers aus diesen Jahren. 
Das Gemälde wurde in jüngster Zeit restauriert. Es ist noch 
erkennbar, dass auf Marions Wange drei etwa 3cm lange Kratzer 
in die Firnis- und Malschicht eingegraben waren, ferner ist 
die Pappe links bis zur Nase hin etwa drei Mal waagrecht auf- 
geworfen. 
Nach Unterlagen der Verfasserin wurde das Gemälde im Mai 
1956 in Deutschland versteigert. In die Liechtensteinische Staat- 
liche Kunstsammlung gelangte es 1987 durch Schenkung aus 
dem Privatbesitz von-Dr. Gerhard und Ingeborg Venzmer. S.B. 
  
 
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.