Volltext: Peter Kaiser

  
Kirche/Staat zum Rektor, einem in jeder Hinsicht tüchtigen Lehrer, dem bis zur Stunde 
auch nicht eine Tatsache angeführt worden sei, warum er nicht tragbar | 
wäre; er wies ferner ein Zeugnis des Abtes Adalgott Waller von Disentis | 
vor, der sich über die christlich-katholischen Grundsätze und die sittsame 
Aufführung Kaisers mit grösster Anerkennung aussprach. Die unnachgie- 
bige Haltung der Kurie führte schliesslich zur Wahl Edmund Klinkharts 
zum Rektor?? Der Schulrat konnte jedoch Kaisers provisorische Anstel- 
lung als Lehrer durchsetzen. Der Koadjutor und Dompropst Kaspar von 
Carl hatte am ersten November 1842 mündlich seine Zustimmung gege- | 
ben. Er zog sie jedoch noch am gleichen Tag schriftlich zurück, weil er | 
dafür «nach reiferer Überlegung mehrere unabweisbare Gründe» gefun- 
den habe,?! die er jedoch nicht nannte. Das bischófliche Ordinariat hatte 
schon am 31. Oktober «gegen die Zulässigkeit» Peter Kaisers als Lehrer 
Einspruch erhoben und erneuerte diese im November mehrere Male.“ 
Das schon erwähnte Zeugnis des Disentiser Abtes Adalgott hält aber 
fest??? dass Kaiser in Disentis «mit Weisheit und Klugheit» gewirkt und 
«stets christkatholische Grundsátze geáussert und gelehrt» habe. Er sei so 
«sittsam», dass er «sowohl in religióser als moralischer Hinsicht bei uns 
alle Achtung, Ehre und grosses Lob» erworben habe. Dennoch legte das 
bischófliche Ordinariat Mitte November beim Schulrat scharfen Protest 
gegen die Anstellung Kaisers ein.?* Dieser sei nur ein oder zwei Wochen | 
«zur Organisierung der neuen Schulanstalt in St. Luzi zu gedulden» und | 
müsse danach «unverzüglich entfernt» werden! Grund für den Protest des 
Ordinariats gegen Kaiser war die «Stimme des Gewissens und Amts- 
treue». Falls Kaiser nicht entlassen werde, sehe sich das Ordinariat bemüs- 
sigt, von seiner «Jaut göttlichen und kirchlichen Rechten ihm zuständigen 
110 Amtsgewalt Gebrauch» zu machen. 
330. BUNDI: Kaiser, S. 149. 
331. Staatsarchiv Graubünden (Chur), Sign. 
XIL.20.C,8: Dompropst von Carl an Alois de 
Latour, St. Luzi, 1. November 1842. 
332. Die Schreiben vom 1., 19. und 29. No- 
vember liegen im Staatsarchiv Graubünden, 
Sign. XIL20.C,8. 
333. Staatsarchiv Graubünden (Chur), Sign. 
XIL20.C,8: Zeugnis vom 29. November 1842. | 
334. Staatsarchiv Graubünden (Chur), Sign. | 
XII.20.C,8: Jakob Fr. Riesch vom bischóflichen 
Ordinariat an Alois de Latour, Chur, 19. No- 
vember 1842. 
  
 
	        

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