Volltext: Fürst und Volk

   
  
    
Die liechtensteinische Aussenpolitik Liechtenstein und die Vereinten Nationen (UNO) 
Die Zielsetzungen und Grundsätze der UNO 
Die UNO wurde 1945 als Organisation der Vereinten Nationen 
gegründet und zählt heute rund 180 souveräne Staaten zu ihren 
Mitgliedern. Die Tätigkeit der UNO richtet sich gemäss ihrer 
Satzung (Charta) nach folgenden Hauptzielen: 
@ Sie will den Weltfrieden und die internationale Sicherheit 
pflegen. 
@ Sie will die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den 
Nationen fôrdern. 
@ Sie will internationale wirtschaftliche, soziale, kulturelle und 
humanitäre Probleme durch internationale Zusammenarbeit 
fôrdern. 
@ Sie setzt sich für die Achtung der Menschenrechte und für 
die Grundfreiheiten ein. 
@ Sie will als Mittelpunkt wirken, in welchem das Vorgehen der 
Vólker zur Erreichung dieser gemeinsamen Ziele abgestimmt 
wird. 
Zu den Grundsätzen der Vereinten Nationen gehören: 
€ Die Organisation beruht auf der souveränen Gleichheit 
aller ihrer Mitglieder. Alle Mitglieder erfüllen die gemäss der 
Charta übernommenen Verpflichtungen nach Treu und 
Glauben. 
0 Sie sollen internationale Streitfragen mit friedlichen Mitteln 
regeln, ohne Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit zu 
gefährden. : 
VUES 
6 Sie sollen den Vereinten Nationen bei jedem Vorgehen, das 
im Einklang mit der Charta steht, Beistand leisten und 
Staaten, gegen welche Vorbeugungs- oder Zwangsmass- 
nahmen im Gange sind, nicht unterstützen. 
6 Die Vereinten Nationen sollen dafür sorgen, dass Nichtmit- 
gliedstaaten nach diesen Grundsätzen handeln, sofern 
dies zur Wahrung des Weltfriedens und der internationalen 
Sicherheit erforderlich ist. 
® Keine in der Charta enthaltene Bestimmung soll die Ver- 
einten Nationen berechtigen, in Belange einzugreifen, 
welche im wesentlichen innerstaatliche Angelegenheiten 
irgendeines Staates sind. 
298 
  
Gleichberechtigung und der Selbstbe- 
stimmung zu beachten, was das 
Bemühen um den Weltfrieden oft sehr 
langwierig gestaltete. 
Die Charta der Vereinten Nationen 
bestimmt und schränkt einerseits die 
Tätigkeit der Organisation und ihrer 
Organe ein, andererseits werden alle 
Mitgliedstaaten verpflichtet, sich an die 
festgelegten Grundsätze zu halten. 
Im Falle einer Bedrohung oder Verlet- 
zung des Friedens kann die UNO in 
erster Linie nur friedliche Mittel an- 
wenden, wie z.B. Verhandlungen, Unter- 
suchungen, Vermittlungen, Abbruch 
diplomatischer Beziehungen u.a.m. 
In brisanten Kriegssituationen kann die 
UNO auch militärische Gewalt 
einsetzen; doch die UNO unterhält keine 
eigenen Streitkräfte, sondern sie ist auf 
die Truppen angewiesen, welche die 
Mitgliedstaaten zur Verfügung stellen 
(vor allem Einsatz von «Blauhelmen»). 
Die Vereinten Nationen sind jedoch 
nicht berechtigt, in die inneren Angele- 
genheiten eines Staates einzugreifen. 
Dieser Grundsatz verurteilt die Vereinten 
Nationen manchmal zur Untátigkeit, ins- 
besondere bei der Verletzung der 
Menschenrechte in einzelnen Mit- 
gliedstaaten. Dadurch sind die Vereinten 
Nationen, die am 10. Dezember 1948 
eine «Allgemeine Erklárung der 
Menschenrechte» beschlossen haben, 
nicht in der Lage, diese Menschen- 
rechte in einem Mitgliedstaat durchzu- 
 
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.