Volltext: Fürst und Volk

Die liechtensteinische Verfassung be- 
tont auch hier den Dualismus im Staats- 
aufbau. Die Staatsgewalt ist im Fürsten 
und im Volk verankert. Die Verfassung 
sieht deshalb vor, dass nicht nur der 
Landesfürst, sondern auch die wahl- 
berechtigten Landesbürger den Landtag 
einberufen oder auflösen können. 
Der Landtag wird regelmässig zu Anfang 
eines Jahres mittels landesfürstlicher 
Verordnung einberufen. Innerhalb des 
Jahres ordnet der Präsident die Sitzun- 
gen an (Art. 49). Der Landtag gilt wäh- 
rend des grössten Teils des Jahres als 
konstituiert und kann während dieser 
Zeit vom Präsidenten nach Bedarf einbe- 
rufen werden. Bis 1950 fand die Eroff- 
nungssitzung in der Regel bereits im 
Januar oder Februar eines Jahres statt, 
seit 1950 im Marz oder April. 
Zur Schlussitzung werden die Abgeord- 
neten normalerweise in der zweiten 
Halfte des Monats Dezember einge- 
laden. Pro Jahr finden durchschnittlich 
zehn Sitzungen statt, wobei einzelne in 
jüngster Zeit zwei Tage dauern. 
Uber die Anordnung von Neuwahlen 
nach Auflósung und die Einberufung des 
Landtages im Falle eines Thronwech- 
sels enthált die Verfassung besondere 
Bestimmungen (Art. 50 und 51): Wird 
der Landtag aufgelóst, so muss binnen 
sechs Wochen eine neue Wahl angeord- 
net werden. Die neugewáhlten Abge- 
ordneten sind sodann binnen vierzehn 
Tagen einzuberufen. 
VADUZ 
Sehr geehrter Herr Regierungschef 
Schloss Vaduz, 27. November 1990 
Unter Berufung auf Artikel 55 der Verfassung bevollmüchtige ich 
Sie hiermit, den Landtag in seiner Sitzung vom 6. Dezember 
1990 in meinem Namen zu schliessen. 
Hans-Adam II. 
Fürst von Liechtenstein 
Herrn Regierungschef 
Hans Brunhart 
Regierungsgebäude 
9490 Vaduz 
  
  
  
Im Falle eines Thronwechsels ist der 
Landtag innerhalb von dreissig Tagen zu 
einer ausserordentlichen Sitzung 
zwecks Entgegennahme der in Art. 13 
vorgesehenen Erklärung des Regie- 
rungsnachfolgers und Leistung der Erb- 
huldigung einzuberufen. 
Die alljährliche 
Sitzungsperiode des 
Landtages endet mit 
der Schliessung des 
Landtages durch den 
Landesfürsten oder 
durch einen Bevoll- 
mächtigten. 
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