Volltext: Fürst und Volk

  
  
Unser Staat - Das Fürstentum Liechtenstein 
Der Landesfurst 
  
Johannes ll. etwas pathetisch formulier- 
te Satz: «Wenn andre ihrer Macht ver- 
trauen, wir stolz auf unsren Fürsten 
schauen», wurde in gefahrvoller Zeit 
zum Ausdruck der Tatsache, dass die 
Bürger und Bürgerinnen des Landes im 
Fürsten die Verkórperung ihres Staats- 
willens erkannten. 
Als nach dem Ende des Zweiten Welt- 
krieges die áusseren Gefahren gebannt 
waren, war es wiederum Fürst Franz 
Josef Il., der die Möglichkeit erkannte, 
Liechtenstein vom Agrarstaat zum 
modernen Industriestaat zu führen. 
Staatsbesuche des Fürstenpaares im 
Ausland verschafften international die 
Anerkennung, die für den wirtschaft- 
lichen Aufschwung nótig war. 
  
«... Wir im Lande gedenken im heurigen Jahre, dass vor 50 Jahren 
der Zoll- und Wirtschaftsvertrag mit der Schweiz abgeschlossen 
wurde. Dieser Vertrag hat so entscheidend in das Leben und die 
Entwicklung unseres Landes und Volkes eingegriffen, dass wir uns 
mit Recht dieses Datums erinnern. Vom Zeitpunkt des Vertrags- 
abschlusses an hat sich eine stetige Aufwártsentwicklung Liechten- 
steins trotz Krisen, wie die Weltwirtschaftskrise, ergeben. Dass wir 
jetzt in Europa das prozentuell hóchstindustrialisierte Land sind, 
verdankt man im gleichen Masse der Tüchtigkeit der Liechtensteiner 
wie dem Wirtschafts- und Zollvertrag mit der Schweiz. Wenn wir von 
wirtschaftlicher Entwicklung sprechen, vergessen wir nicht darauf, 
dass diese eine Voraussetzung bildet, dass sich ungestórt das geistige 
und kulturelle Leben eines Volkes entwickeln kann. Der Vertrag 
stellte in den Augen der Schweizer stets keine formale Angelegenheit 
dar, sondern wurde von ihnen mit dem Geiste echter Freundschaft 
erfüllt. Wenn wir daher von diesem Jubiläum sprechen, so bedeutet 
dies, dass wir Gefühlen unserer Dankbarkeit gegenüber der Schweiz, 
ihrem Volke und ihren Behörden Ausdruck geben wollen . . .» 
Fürst Franz Josef Il. in seiner Thronrede vom 28. Februar 1973 
  
  
  
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Fürst Hans-Adam ll. 
Regierungszeit 1989— 
Fürst Hans-Adam hat am 73. Novem- 
ber 1989 in einem Handschreiben der 
Regierung mitgeteilt, dass er als neuer 
Fürst nach dem Tode seines Vaters die 
Regierung übernehmen werde. Gemäss 
der Verfassung (Art. 3) und der Haus- 
gesetze ist der bisherige Erbprinz Hans- 
Adam als der erstgeborene männliche 
Nachkomme zur Thronfolge berufen. 
Die Übernahme des Thrones durch den 
Nachfolger erfolgt von selbst unmittel- 
bar mit dem Tode des Fürsten. Hans- 
Adam Il. ist also nach der Rechtsord- 
nung seit 13. November 1989, dem 
Todestag des bisherigen Fürsten, neuer 
Fürst. 
Erbprinz Hans-Adam wurde als erster 
Sohn von Fürst Franz Josef Il. und Für- 
stin Gina am 14. Februar 1945 geboren. 
Nach den Gymnasialjahren in Wien und 
Zuoz und daran anschliessenden 
Auslandsaufenthalten studierte Erbprinz 
Hans-Adam an der Hochschule für 
-Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 
in St.Gallen Nationalókonomie. 
Am 26. August 1984 übertrug Fürst Franz 
Josef ||. dem Erbprinzen die Ausübung 
der dem Staatsoberhaupt zustehenden 
Hoheitsrechte und bestellte ihn zum Stell- 
vertreter mit allen Rechten und Pflichten. 
Am 5. Dezember 1989 hat Fürst Hans- 
Adam Il. als Regierungsnachfolger von 
Fürst Franz Josef Il. vor dem Landtag 
seine verfassungsmássige Erklärung 
 
	        

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