Volltext: Fürst und Volk

  
Josef Wenzel, der erfolgreiche öster- 
reichische Feldherr, kam den Bitten der 
Landschaften entgegen. Er gestand 
1733 eine reduzierte Landammann- 
verfassung zu. Es konnten wieder 
Landammänner gewählt und Richter vor- 
geschlagen werden. Der Landammann 
erhielt bei Gericht und Verhörtagen nur 
noch den Beisitz, beim Blutgericht brach 
er den Stab, aber nurmehr zeremoniell. 
Das weniger wichtige Frevelgericht 
konnte er mit den Richtern wieder selber 
halten. Es wurde gewissermassen das 
Geféass der Volksrechte zurückgegeben, 
aber um den grösseren Teil des Inhalts 
entleert. Auf diese Art regierten die 
Fürsten im 18. Jahrhundert bis zur Zeit 
Napoleons. 
Fürst Johann Nepomuk Karl übernahm 
1745 selber die Regierung aus der Hand 
seines Vormundes Josef Wenzel, aber 
drei Jahre darauf starb er, und Josef 
Wenzel erbte die Regierung, die er nun 
noch 24 Jahre lang bis 1772 ausübte. 
Josef Wenzel hat rund 40 Jahre lang 
regiert. Weder er noch ein anderer Fürst 
betraten im 18. Jahrhundert das Land. 
Neben dem allmáhlichen Verlust an 
Volksrechten bewirkte die Fürsten- 
souveränität andererseits, dass die 
Fürsten ihr Volk vor auswártigen 
Ansprüchen in Schutz nahmen. 
Als námlich das Rankweiler Landgericht 
die Triesner wegen eines Alpstreites 
gerichtlich belangen wollte, stellte sich 
Josef Wenzel schützend vor seine 
Untertanen und verhinderte, dass sie 
vor Gericht erscheinen mussten. 
  
Fürst Johann Nepomuk Karl 
geboren am 8. Juli 1724 in Wien 
gestorben am 22. Dezember 1748 in Wischau 
vermáhlt am 19. März 1744 in Wien mit Gräfin 
Maria Josefa von Harrach (geb. 20. November 
1727, gest. 15. Februar 1788) 
Ist beim Tode seines Vaters Fürst Josef Johann 
Adam erst 8 Jahre alt. Die Vormundschaft führt 
sein kinderloser Onkel Fürst Josef Wenzel. 
Mit Fürst Johann Nepomuk Karl stirbt die Linie 
des Fürsten Anton Florian aus. 
Die Regierung geht wieder an Fürst Josef 
Wenzel. 
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