Volltext: Fürst und Volk

  
Die Grundgedanken der Verfassung von 1921 
Die Prinzipien der Verfassung 
In Liechtenstein hat die Auseinander- 
setzung zwischen Volk und Fürst den 
Abbau der absoluten Monarchie des 
18.Jahrhunderts bewirkt. Stufenweise 
wurde innerhalb von zwei Jahrhunder- 
ten die absolute Monarchie in eine kon- 
stitutionelle Monarchie umgewandelt. 
Die Auswirkungen des Ersten Weltkrie- 
ges führten zu einer politischen Neuord- 
nung Europas, insbesondere aber zu 
einer Neunormierung der Staatsverfas- 
sungen. Auch ein kleiner und damals 
dem weltpolitischen Geschehen fernste- 
hender Staat wie Liechtenstein wurde 
davon beeinflusst. Ebenso gaben die 
innerstaatlichen Ereignisse unmittel- 
baren Anlass zu einer Neugestaltung der 
Verfassung von 1862. Der bisher konsti- 
tutionelle monarchistische Verfassungs- 
staat wurde durch den monarchistisch — 
demokratisch — parlamentarischen 
Rechtsstaat abgelöst. 
Die heute geltende Verfassung wurde 
am 24. August 1921 im Landtag einstim- 
mig angenommen und am 2. Oktober 
vom damaligen Fürsten Johann ll. sank- 
tioniert. Diese Verfassung baut auf vier 
Prinzipien auf, die sich in den Artikeln 2 
und 110 finden. Sie bilden die Grundlage 
unserer Verfassung: 
€ das monarchische Prinzip 
€ das demokratische Prinzip 
6 das rechtsstaatliche Prinzip 
6 Das Prinzip der Gemeindeautonomie 
1. Das monarchische Prinzip 
   
STAATSCEWALT 
NUR MIT DEM VOLK 
     
  
MONARCHIE 
   
Laut Verfassung ist der Landesfürst 
das Oberhaupt des Staates und in 
der Ausübung seiner Rechte an die 
Verfassung gebunden. Die Staatsgewalt 
übt der Landesfürst gemeinsam mit 
dem Volke aus (Art. 2). 
Als besondere Verpflichtung verlangt die 
Verfassung von jedem Landesfürsten, 
dass er «noch vor Empfangnahme der 
Erbhuldigung . . . in einer schriftlichen 
Urkunde» ausspricht, «das Fürstentum 
Liechtenstein in Gemássheit der Ver- 
fassung und der übrigen Gesetze zu re- 
gieren . . .» (Art. 13). 
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