Volltext: Sprachwandel in Triesenberg (FL)

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M 7: Umlaut beim flektierten Adjektiv im Fem. Sg. und Neutr. PI. 
Die Bewahrung des Umlautes im flektierten Adjektiv gilt als Besonderheit der 
Triesenberger Mundart, die von vielen anderen Walserkolonien bereits aufgegeben 
wurde. Nach HOTZENKÖCHERLE hat sich dieser Umlaut in voller lautgesetzlicher 
Ausprägung und strenger lautgesetzlicher Begrenzung nur noch in Rimella, Saley, 
Bosco-Gurin und eben in Triesenberg gehalten.” Der Umlaut erscheint im Adjektiv 
sowohl in attributiver als auch in prädikativer Stellung.“ 
Beispiele: 
Attributiv: 
Fem.Sg.: [an SIti frou] (1) ’eine alte Frau’ 
[an lemi Xua] (32) ’eine lahme Kuh’ 
Neutr.PIl: [Slti outo] (16) ’alte Autos’ 
[röti hemar] (20) ’rote Hemden’ 
Prädikativ: 
Fem.Sg.: [p’milx würd süri] (14) ’die Milch wird sauer’ 
P’pira ist füli] (21) ’die Birne ist faul’ 
Neutr.Pl: [p’meyti sin xrengi] (9) ’die Mädchen sind krank’ 
[t’här sin xürtsi] (38) ’die Haare sind kurz’ 
Während im Tal: [an’alti froul, [a lami khual, lalti Qutol, [röti hempar], [p’melx 
wört sürl, [’pera i8t füll, Ip’matla sin khrankhl, [t’hör sin khorts] 
M 8: Vokalkürze im einsilbigen Wort vor auslautender Lenis 
Während die Talmundart lange Quantität beim Vokal in einsilben Wörtern vor 
auslautender Lenis hat, unterscheidet sich Triesenberg diesbezüglich durch kurze 
Quantität.” 
vgl. Hotzenköcherle 1956. 
* vgl. Gabriel 1981; S: 216 und Gabriel 1987, S. 23. 
Se Gabriel 1987, S. 328
	        

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