Volltext: Volkswirtschaft und Bankwesen im Fürstentum Liechtenstein

    
   
Mit der beginnenden Industrialisierung des Landes erhielt auch 
das Kreditwesen einen vermehrten Aufschwung, und das Geld 
fand immer mehr Zutritt zu allen Bevölkerungsschichten des 
Landes. Zudem führte Liechtenstein auf die Jahrhundertwende 
nach österreichischem Muster die Krone als Rechnungseinheit ein. 
Nach dem Weltkrieg 1914—1918 kam es jedoch zum Zusammen- 
bruch der österreichischen Währung, und so brach auch die ge- 
samte Kreditorganisation in Liechtenstein, welche sich nur lang- 
sam entwickelt hatte, zusammen. Der Wunsch, die österreichische 
Währung zu verabschieden und sich einer gefestigten Rechnungs- 
einheit anzuschließen, war deshalb nur allzu begreiflich. 
Während dieser Übergangszeit versuchte man ein eigenes Geld- 
System zu schaffen. Es blieb jedoch nur bei einem Versuch. Zur 
Ausgabe gelangte lediglich ein eigenes liechtensteinisches „Not- 
Geld“, das zur Überwindung der Knappheit an Geldscheinen 
dienen sollte. 
Die offizielle Einführung des Schweizer Frankens erfolgte 
erst im Jahre 1924, nachdem kurz zuvor der Abschluß des Zoll- 
vertrages mit der Schweizerischen Eidgenossenschaft zustande 
kam. Durch diesen Zoll- und Währungsanschluß richteten sich 
somit auch die Kreditverhältnisse in Liechtenstein immer mehr 
nach dem schweizerischen Geld- und Kapitalmarkt. 
In die damalige Zeit fiel auch die Gründung der „Bank in Liech- 
tenstein Aktiengesellschaft“. Sie war als internationale Dach- 
Gesellschaft gedacht und pflegte vorerst das internationale Ge- 
schäft. Heute tätigt sie alle Bankgeschäfte. 
Im Jahre 1956 kam es nochmals zu einer Bankgründung, der 
„Verwaltungs- und Privat-Bank Anstalt“ in Vaduz, seit Januar 
1963 eine Aktiengesellschaft. Diese Bankgründung ist im wesent- 
lichen das Ergebnis aus der Weiterentwicklung des „Allgemeines 
Treuunternehmen“, Vaduz, des größten und ältesten liechten- 
steinischen Treuhandbüros, gegründet im April 1929. So war 
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