Volltext: Wirtschaftliche, kulturelle und politische Beziehungen zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz

  
    
   
St. Gallen Gebiete besassen, bis anfangs des 15. 
Jahrhunderts. Ihnen folgten als Herrscher zu 
Vaduz die Freiherren von Brandis aus dem Kan- 
ton Bern, denen die Eidgenossen im Schwaben- 
krieg 1499 einen recht unfreundlichen Besuch 
abstatteten, ihnen das Schloß Vaduz verbrann- 
ten und sie gleich als ihre «entfremdeten Brü- 
der» für einige Zeit nach Luzern heimholten. 
Uebrigens war das Liechtensteiner Unterland 
bereits 1405— 1408 bei den Appenzellern im 
«Bund ob dem See». Sie ersehen also daraus, daß 
die heutigen Liechtensteiner schon in früherer 
Zeit etwelche «politische Bindung» mit der 
Schweiz besaßen, wobei allerdings die Initiative 
nicht auf sie, sondern auf die damaligen Schwei- 
zer zurückzuführen ist. Im 16. Jahrhundert re- 
gierte das deutsche Grafengeschlecht von Sulz 
das Land und im 17. Jahrhundert, während der 
Zeit des 30jáhrigen Krieges, führten die Grafen 
von Hchenems die geplagten beiden Landschaf- 
ten in Armut und Elend. In dieser Not kauften 
dann die Fiirsten von Liechtenstein die beiden 
Landschaften, die vom damaligen Kaiser Karl VI. 
zum reichsunmittelbaren Fürstentum vereinigt 
und ihm der Name Fürstentum Liechtenstein ver- 
liehen wurde. Das Land trägt also als weiteres 
Kuriosum in der Geschichte den Namen seines 
Herrschergeschlechtes. 
Die Fürsten von Liechtenstein sind ein altes 
Österreichisches Adelsgeschlecht, dessen Stamm- 
sitz die Burg Liechtenstein in Mödling bei Wien 
ist. Sie erscheinen bereits im 12, Jahrhundert. 
Das Fürstenhaus von Liechtenstein hat nicht nur 
eine Reihe Diplomaten und Feldherren sondern 
vor allem durch alle die Jahrhunderte herauf 
großzügige Förderer der Kunst besessen. Es 
kommt nicht von ungefähr, daß die Gemäldega- 
lerie des Fürsten von Liechtenstein, deren eigent- 
licher Begründer Fürst Johann Adam Andreas 
zu Ende des 17. Jahrhunderts war, wohl eine der 
wertvollsten Privatsammlungen der ganzen Welt 
darstellt. 
Diese Fürsten von Liechtenstein waren bereits 
im Jahre 1608 durch den österreichischen Kaiser 
in den erblichen Fürstenstand erhoben worden. 
Sitz und Stimme im Reichsfürstenkollegium setz-
	        

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