Volltext: Wirtschaftliche, kulturelle und politische Beziehungen zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz

      
umgekehrt der Schweizer nach Liechtenstein, 
daß aber beide der fremdenpolizeilichen Geneh- 
migung für den Aufenthalt und die Arbeitsan- 
nahme bedurften wie jeder andere Ausländer. 
Erstmals vernehmen wir in einer Zusatzerklä- 
rung zur genannten Vereinbarung gleichen Da- 
tums doch einen Ansatz zur bevorzugten Behand- 
lung der gegenseitigen Staatsangehörigen: «Die 
vertragsschließenden Teile sind ferner darüber 
einig, daß unter Berücksichtigung der durch den 
Zollanschluß des Fürstentums geschaffenen Lage 
jeder der beiden Staaten den Angehörigen des h 
andern Staates Aufenthalt zum Zwecke der Ar- 
beitsannahme nicht verweigern wird, wenn nicht 
besondere Verhältnisse dies rechtfertigen.» Auch 
Sollte die vorgesehene Einschränkung für die 
Arbeitsannahme im Kleinen Grenzverkehr (Ein- 
holen einer Bewilligung) fallen gelassen werden, 
Sobald es nach Auffassung der schweizerischen 
Regierung die Lage des Arbeitsmarktes ge- 
stattete. 
    
   
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  
   
  
   
  
  
  
  
  
  
  
  
   
    
In der Praxis erwies Sich aber die Durchset- 
zung dieser gegenüber Liechtenstein sehr wohl- 
wollenden Erklärung des schweizerischen Bun- 
desrates doch schwieriger, als man allgemein 
ahnte. Wie erwähnt, war die Regelung des Auf- 
enthaltsverhältnisses bis zum Inkrafttreten des 
Bundesgesetzes aus dem Jahre 1931 auf 1. Jàn- 
ner 1934 der Hoheit der Kantone überlassen, 
allerdings im Rahmen der bestehenden Nieder- 
lassungsverträge der Schweiz mit den verschie- 
densten Staaten, darunter Liechtenstein (1874). 
Am 23. Januar 1941 wurde ein neues Abkom- 
men über die Regelung der fremdenpolizeilichen 
Beziehungen abgeschlossen. Gemäß Art. 2 dieses 
Abkommens erhielten die liechtensteinischen Bür- 
ger in der Schweiz auf ihr Gesuch Aufenthaltsbe- 
willigung, auch mit Erwerbstätigkeit. Allerdings 
erhielt diese Globalzusicherung eine Einschrän- 
kung dadurch, daß ein solcher Anspruch nur den 
sog. Altbürgern, das ist vor dem 1. Januar 1924 
Bürger gewordenen Landsleuten und deren Nach- 
kommen zustand, nicht aber den nach diesem 
Zeitpunkt neu ins Bürgerrecht aufgenommenen 
Liechtensteinern, eine Unterscheidung, die die 
Schweiz damals glaubte machen zu müssen, weil 20
	        

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