Volltext: Wirtschaftliche, kulturelle und politische Beziehungen zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz

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In Art. 33 des Zollvertrages vom 29. März 1923 
der Schweiz mit dem Fürstentum Liechtenstein 
erklärt nun die Schweizerische Eidgenossenschaft 
auf die Ausübung der fremdenpolizeilichen Grenz- 
kontrolle an der liechtensteinisch-schweizerischen 
Grenze zu verzichten, sofern und solange das 
Fürstentum Liechtenstein dafür Sorge trägt, daß 
die Umgehung der schweizerischen Vorschriften 
über Fremdenpolizei, Niederlassung, Aufenthalt 
usw, vermieden wird. Die schweizerischen Zoll- 
organe  übernahmen die  fremdenpolizeiliche 
Grenzkontrolle an der liechtensteinisch-vorarl- 
bergischen Grenze künftighin unentgeltlich, das 
heißt, die Kontrolle der ein- und ausreisenden 
Ausländer wurde von der Rheingrenze zurück 
an die neue Zollgrenze verlegt, womit Liechten- 
stein aber naturgemäß infolge der offenen Grenze 
nach der Schweiz die schweizerische Fremdenpoli- 
zeipraxis ebenfalls sich zu eigen machen mußte. 
Diese Regelung wurde bis heute beibehalten, das 
heißt die Grenze nach der Schweiz kann von 
Liechtenstein aus und umgekehrt ohne jeden 
Ausweis und ohne jede Kontrolle überschritten 
werden. Die liechtensteinischen Behörden sind 
sich bewußt, daß sie dieser in erster Linie der 
einheimischen Bevölkerung zugute kommenden 
großen Erleichterung durch die Anwendung der 
schweizerischen fremdenpolizeilichen Bestimmun- 
gen für Drittausländer im Fürstentum Liechten- 
Stein gerecht zu werden haben. 
Wie verhält es sich nun mit dem Liechten- 
steiner in der Schweiz bzw. dem Schweizer in 
Liechtenstein? Bereits am 1. Februar 1922 hat- 
te die Schweiz auf den Visumszwang fiir Liech- 
tensteiner verzichtet. In einer Vereinbarung 
zwischen der schweizerischen und der liechten- 
steinischen Regierung vom 28. Dezember 1923, 
also auf das Inkrafttreten des Zollvertrages auf 
1. Janner 1924 hin ausgerichtet, wird erklärt, 
daß im Kleinen Grenzverkehr für die Arbeits- 
annahme die Bewilligung der zuständigen Be- 
hörde der Grenzkantone erforderlich sei und im 
übrigen die Bestimmungen der beiden Staaten 
über die Regelung des Aufenthaltsverhältnisses 
für Ausländer vorbehalten blieben. Das hieß in 
der Praxis, daß der Liechtensteiner zwar ohne 
Visum nach der Schweiz einreisen konnte und 
 
	        

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