Volltext: Wirtschaftliche, kulturelle und politische Beziehungen zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz

  
    
   
alle eidgenóssischen fremdenpolizeiliehen Vor- 
Schriften im Gebiete des Fürstentums Liechten- 
Stein ebenso strikte zu handhaben wie durch die 
kantonalen Behórden. Wer mit Pulver, Muni- 
tion oder Repetierwaffen handeln will, bedarf 
ebenfalls der eidgenössischen Konzession. Die 
Schweiz hat uns während des vergangenen Zwei- 
ten Weltkrieges an ihrer Lebensmittelversorgung 
partizipieren lassen, so daß es natürlich ist, daß 
heute im Fürstentum Liechtenstein auch jene 
Vorschriften gelten, die der wirtschaftlichen 
Kriegsvorsorge dienen und ebenso der Sicher- 
stellung der Landesversorgung. Liechtenstein 
hat die Preiskontrollvorschriften ebenfalls zu 
beachten, so daß lebenswichtige Güter hüben 
und drüben gleichbleibende Preise aufweisen. 
Natürlich kosten Benzin und Oel beidseits des 
Rheines gleichviel. Die Vorschriften über die 
Handelsreisenden und die Ausstellung von Ur- 
sprungszeugnissen sind ebenfalls anwendbar. 
Selbstverständlich hatten alle während des Krie- 
ges und auch nachher noch bestandenen Einfuhr- 
beschränkungen und Vorschriften über den Zah- 
lungsverkehr mit dem Auslande auch für Liech- 
tenstein gegolten. Die Industriebetriebe unseres 
Landes unterstehen den Vorschriften des Bun- 
desgesetzes betreffend die Arbeit in den Fabri- 
ken und der Kontrolle des Eidgenössischen Fa- 
brikinspektorates in St. Gallen sowie den Vor- 
schriften des BIGA. Auch die Ruhezeitvorschrif- 
ten, die Vorschriften iiber das Mindestalter, die 
Heimarbeit ete. gelten hier, wozu Liechtenstein 
noch eine eigene Arbeiterschutzgebung schuf, 
die allerdings nur dort zur Anwendung gelangt, 
wo sie weitergehende Schutzbestimmungen -als 
die vorangehenden eidgenóssischen anwendbaren 
Vorschriften enthált. Eine ganze Reihe land- 
wirtschaftlicher Vorschriften ist ebenfalls an- 
wendbar, aber hier, wie übrigens auch bei allen 
andern Gesetzen mit dem Vorbehalte verbunden, 
daB jene Vorschriften keine Anwendung finden, 
die einen Anspruch auf Bundessubventionen be- 
gründen. Denn mit der Zollpauschale, die der- 
zeit zwei Drittel des Kopfquotenanteiles oder 
rund drei Millionen Franken, vermindert um 
einen Verwaltungskostenbeitrag von 150 000 Fr., 
betrágt, sind sámtliche finanziellen Leistungen 
der Schweiz aus dem ZollanschluBvertrag abge-
	        

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